Dennis Riehle

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Nachhaltige Entwicklung und Change Management


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Nachhaltigkeit neu verstehen!


„Nachhaltigkeit“ – das Wort wird in Zeiten von „Fridays For Future“ und einer zunehmenden Ökologisierung sehr inflationär gebraucht. Zunächst einmal kann man davon ausgehen, dass eine „nachhaltige Lebensweise“ perspektivisch und mit Weitblick ausgerichtet ist. Sie beschränkt sich aber nicht allein auf Aktionismus von Umweltschutz oder Klimabewegung. Viel eher ist neben dem Aspekt eines ressourcenschonenden Verhaltens gleichsam auch die Sinnhaftigkeit des persönlichen Tuns für Erfolg und Begründbarkeit von Nachhaltigkeit heranzuziehen. Es geht also nicht allein um die Generationenfrage.


Zwar haben wir als Menschen den Auftrag, die Welt auch an die Nachkommen lebenswert zu hinterlassen. Dieser moralische Motor kann einerseits aus der religiösen Überzeugung erwachsen, wonach uns der Erdball von einem Gott lediglich zur Bewirtschaftung geschenkt ist und auch morgen noch zumindest in „Second Hand“-Qualität übergeben werden soll. Daneben kann es die ethische Verpflichtung sein, mit einem übereigneten Gut prinzipiell nicht ausbeutend, sondern verantwortungsvoll umzugehen. Dies gebietet allein der über die Völker hinausgehende Grundsatz von Gerechtigkeit und Solidarität, weil wir dem Umstand ins Auge sehen müssen und dürfen, dass uns diese Welt nicht alleine gehört. Ob nun christliche oder humanistische Beweggründe für unser Agieren ausschlaggebend sind: Nachhaltigkeit tun wir in erster Linie für uns selbst. Denn wir stehen während unseres Hierseins in der Verpflichtung zu Bescheidenheit. Es geht nicht um die Frage, ob genügend für mich da ist, sondern ob das Vorhandene für uns alle ausreicht. Schlussendlich kommen wir nicht um die Tatsache umhin, dass wir eine Gemeinschaft von Milliarden sind, für deren Wohl auch ich selbst zu sorgen habe.


Abgesehen von der tugendhaften Notwendigkeit, sich zwischenmenschlich mitfühlend zu zeigen, hat das sich und Anderen gönnende Agieren auch ganz praktische Anreize: In einem Zeitalter der Arbeitsteilung könnten wir als isolierte Lebewesen überhaupt nicht existieren. Wir brauchen die Schaffenskraft und Innovation des Gegenübers, damit er für sich haushalten kann – und wir selbst nicht hilf- und mittellos sind. Das „Geben“ und „Nehmen“ ist eine allzu obligatorische wie sinnreiche Übereinkunft in einer Solidargemeinschaft, in die wir als Menschen nun einmal gesetzt sind – und aus der wir, aus durchaus guten Gründen, nicht entfliehen können. Dieser Zwang zur Zwischenmenschlichkeit mag abhängig machen und die eigene Freiheit zweifellos tangieren. Letztlich führt er aber auch zur Erkenntnis: Nachhaltiges Wirken heute ist nicht nur für die Menschen der Zukunft elementar. Auch für uns ist es gleichsam existenzsichernd und für die Sicherung des Weiterlebens der Menschheit unabdingbar, wenn wir mit dem Gegebenen sparsam umgehen. Denn mit der „Ich“-Bezogenheit der Gegenwart würden wir schnell auf verlorenem Posten stehen, denn das Fakt der Endlichkeit kann früher eintreten als gedacht.


Deshalb bedeutet Nachhaltigkeit schlussendlich auch, auf Bio-Lebensmittel, Windenergie oder Artenvielfalt nicht nur für ein besseres Gewissen zu setzen. Stattdessen geht es nicht um unser Ego, das wir aufhübschen können, wenn wir plakativ für erneuerbare Energien demonstrieren oder vegan essen. Ausnahmsweise geht es um etwas Größeres: Nachhaltiges Denken und Handeln lehrt uns Demut vor Schöpfung und der Selbstverständlichkeit des Verfügbaren und Verwertbaren, das wir leichtfertig verpulvern und verbrauchen, weil wir uns dessen Wert nicht bewusst sind. Ob nun durch Abholzung von Regenwäldern, Ausrottung von Elefanten, Zerstörung von Landflächen durch Krieg und Überdüngung, Nutzung von Braunkohle und kiloweises Verdrücken von Rindfleisch: Wir leben im Fokus der Kurzlebigkeit und sprechen uns übermenschliche Kräfte und Rechte zu, denn wir sind der Auffassung, dass wir die einzige Generation sind, der der Schatz der Erde zusteht. Nachhaltigkeit zu praktizieren, es ist daher vor allem ein ganz pädagogischer Auftrag, die menschliche Gier zu zähmen und das selbstzerstörerische Verhalten unserer eigenen Spezies nicht aus ideologischem Antrieb und weltanschaulicher Gepflogenheit einzudämmen – sondern, weil wir den transhumanistischen Reiz der Vollkommenheit und die scheinbare Unantastbarkeit des Menschen überwinden müssen. Denn ließen wir sie gewähren, ist schon bald „Schicht im Schacht“. Wir entziehen uns die Lebensgrundlage, weil wir nicht bis zum Übermorgen denken können und wollen. Es soll mir jetzt gutgehen, was interessieren mich die Rahmenbedingungen für das Dasein unserer Kinder.


Egozentrismus ist unser größter Feind, weshalb wir Nachhaltigkeit auch nicht als Monstranz auf Freitagsdemonstrationen vor uns hertragen und sie reflexartig, panisch und mit erhobenem Zeigefinger verordnen sollten. Ein Umdenken kann nur durch Einsicht gelingen, deshalb ist es unsere Aufgabe, tiefreichende Zusammenhänge zwischen der unmittelbaren Betroffenheit eines misanthropischen, flüchtigen Denkens und Wirkens klar zu machen und daneben auf den Mehrwert eines umsichtigen Handels jenseits des positiven Bewusstseins hinzuweisen. Nicht derjenige, der den sozial-ökologischen Wandel am lautesten ausruft, wird auch besonders authentisch nachhaltig leben. Im Gegenteil: Erst dann, wenn es selbstverständlich wird, den Regler der Heizung um zwei Punkte zu senken – nicht, weil es der Staat vorgeschrieben hat, sondern weil man auch mit 18 Grad Raumtemperatur zufriedenstellend wohnen kann –, ist Nachhaltigkeit zur Normalität geworden – ohne einschneidende Restriktion, sondern mit Verstand und Weitblick für das Machbare. Nachhaltigkeit ist überall dort möglich und notwendig, wo ein Weniger und Anders genügt, um zumutbaren Wohlstand für jeden erreichen zu können.



Ist der Klimawandel Gottes Strafe für menschliche Gier?


Waldbrände überall, Fluten in mehreren Teilen der Erde und immer neue Hitzerekorde: Die Welt ist durch den Klimawandel herausgefordert. Dass sich das perspektivische Wetter ändert, daran gibt es kaum noch einen Zweifel. Inwieweit der Mensch letztendlich an der rasanten Zunahme der globalen Temperaturen und extremen Ereignissen mitgewirkt hat, wird zwar weiterhin heftig diskutiert und wissenschaftlich beobachtet. Denn Schwankungen zwischen Kälte- und Heißzeiten gab es seit jeher. Allerdings hat die Erderwärmung wohl noch nie derart schnell und dramatisch zugenommen wie in den vergangenen Jahrzehnten. Unbestritten scheint deshalb: Gerade im 20. Jahrhundert haben Teile der irdischen Bevölkerung über ihre Verhältnisse gelebt und Raubbau an den Ressourcen betrieben. Der ständig währende Drang nach Fortschritt, Wohlstand und wirtschaftlichem Mehr hat jede Rationalität verstummen lassen. Wir haben uns an der Natur bedient und jede Ethik vergessen.


Nachhaltigkeit wird bereits in der Bibel beschrieben. Der verantwortungsvolle Umgang mit der Schöpfung ist ein sich durch die Heilige Schrift durchziehender Appell, an dem wir bei genauerer Lektüre nicht vorbeikommen. Und auch wenn sich manch ein Gelehrter auf die alleinigen Worte aus Genesis 1,28 stützt, stehen auch sie nicht zusammenhanglos: „Macht euch die Erde untertan und herrschet über die Fische des Meeres, die Vögel des Himmels, über das Vieh und alles Getier“. Zweifelsohne: Diese Zeilen klingen wie ein Freifahrtschein für uns alle. Allerdings schiebt schon 1. Mose 3,22 hinterher: „Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner, indem er erkennt, was Gut und Böse ist“. Die Fertigkeit, dass wir als Geschöpfe unterscheiden können, was richtig und falsch ist, übereignet uns eine enorme Verantwortung gegenüber der Erde. Denn die Aufforderung Gottes, dass wir sie uns zu Eigen machen sollen, bedeutet am Ende auch die Pflicht zur Pflege des Planeten.

Uns sind sowohl Kohle, Gas und Öl als Teil der Weltkugel zur Nutzung zur Verfügung gestellt worden. Hieran habe ich keinen Zweifel. So, wie wir uns allerdings in der jüngeren Geschichte an der Umwelt und diesen uns offenbarten Energieträgern vergangen haben, widerspricht völlig dem Grundsatz des „Behütens“ aus 1. Mose 2,15. Gott vertraut dem Menschen das Geschenk der Erde im Wissen um seine auf die Zukunft gerichtete Bedeutung an. Er verlässt sich darauf, dass wir mit Augenmaß und Umsichtigkeit handeln und in seinem Sinne agieren. Wir alle sind seine Stellvertreter auf dieser Welt. Deshalb hat er uns gemacht, dass wir mit ihm einen Vertrag der perspektivischen Fürsorge um die natürlichen Ressourcen geschlossen haben, der nach 1. Mose 17,7 eindeutig auch für die künftigen Generationen gelten soll. Wir dürfen uns nicht von der Prophezeiung aus Offenbarung 21,1ff. leiten oder gar verklären lassen: Die Aussicht auf eine neue Erde kann uns nicht aus der Verpflichtung für ein nachhaltiges Agieren auf der jetzigen Welt entlassen. Viel eher ermahnen uns bereits die Psalmen zu einem rechtschaffenden Verhalten in der Diesseitigkeit (Kapitel 37, Vers 37). Unsere gläubige und vertrauensvolle Hoffnung richtet sich auf das Übermorgen, unser Tun ist am Morgen ausgerichtet.

Und diesbezüglich heißt es, keine Verschwendung zu üben, sondern den Garten maßvoll zu bebauen. Das Gleichnis von der Salbung in Betanien in Markus 14,3 macht deutlich: Vergeudung darf nur dann wirklich geschehen, wenn damit ein gutes Werk getan wird. Der Blick auf unseren zerstörten Globus macht uns aber deutlich: Unsere Gier hat weder den Armen geholfen, noch den Planeten geschützt. Ganz im Gegenteil: Wir haben uns von jeder Verhältnismäßigkeit entfernt, haben mehr verbraucht, als für ein gutes, auskömmliches Existieren nötig ist. Insofern haben wir uns damit schuldig gemacht. Immerhin wäre etwas Anderes möglich gewesen. Statt Ausbeutung von Lebensgrundlagen gibt es einen alternativen Weg, der nicht allein auf Verzicht setzt und uns Liebgewonnenes nehmen würde: „Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren worden“, sagt Römer 1,22 – und spricht damit an, dass wir in der westlichen Welt zu sehr auf unseren Eigennutz gesetzt und Arme vergessen haben: „Niemand suche das Seine, sondern was dem andern dient“, fordert uns 1. Korinther 10,24 heraus. Gott hat uns mit dem Klimawandel einen Spiegel vorgehalten, der nicht das Ziel der Strafe hat, sondern viel eher auf den „großen Verstand“ hinarbeitet (Daniel 12,4). Unsere Einsichtsfähigkeit, gegebene Fähigkeiten für Innovation, Technologie und Entwicklung einzusetzen und damit ein für alle Völker erschwingliches, zufriedenes und für unsere Nachkommen erfüllendes Leben zu haben, diese Aufgabe stellt uns Gott angesichts unserer frevlerischen Missetaten an der Schöpfung anheim: „Weisheit erwerben ist besser als Gold und Einsicht erwerben edler als Silber“ (Sprüche 16,16).

Bibelstellen verweisen auf die Luther-Übersetzungen 1912/2017.

 


Nachhaltiges Handeln und Denken bedarf kreativer, praxisnaher Beispiele

Pressenotiz vom 16.08.2022

Nachhaltigkeit scheint angesichts des Klimawandels, der Umweltzerstörung und der Energieknappheit in aller Munde. Doch was bedeutet sie in der Praxis? Viele Menschen wissen um die Notwendigkeit eines veränderten Lebensstils. Aber nachhaltiger Alltag und zukunftsfähiges Wirtschaften gehen nicht allein mit Verzicht einher. Dieser Überzeugung ist zumindest der Konstanzer Autor Dennis Riehle, der sich aktuell zum Berater für nachhaltige Entwicklung und Change Management fortgebildet hat: "Mit dem alleinigen Aufruf zur Sparsamkeit werden wir vor allem jene nicht erreichen, die ohnehin schon in prekären Verhältnissen oder in Armut existieren und nicht mehr wissen, wo sie sich weiter einschränken sollen. Insofern geht es nicht um ein 'Weniger', sondern um ein 'Anders'. Wir sollten uns umstellen, Gewohnheiten anpassen und perspektivischer handeln und denken. Das muss am Ende aber nicht ausschließlich Entbehrung bedeuten. Viel eher können wir mit Innovation an unseren Bedürfnissen festhalten, indem wir sie mit Verstand, Qualität und Ethik befriedigen - und nicht länger auf ein ständiges Mehr abzielen. Zufriedenheit lässt sich nämlich auch durch ein gutes Gewissen herstellen und ist nicht von Menge und Dimension abhängig".


Riehle sieht eine wesentliche Anforderung der Gegenwart, Menschen und Betriebe auf kreative und praxisnahe Ideen aufmerksam zu machen und ihnen mit einfach umsetzbaren Konzepten bei der Ausübung eines nachhaltigen Daseins unter die Arme zu greifen: "Vielen fehlt es an Information und Wissen, um mit relativ wenig Aufwand ein deutlich vorwärtsgewandtes Leben zu verwirklichen, das die Schöpfung zu bewahren versucht und mit Respekt auf das Existenzrecht der nächsten Generationen blickt", so der 37-Jährige Prädikant und Laienprediger, der auch in Philosophie zertifiziert wurde.
Riehle macht auf diverse Beispiele aufmerksam: "Es beginnt beim Abschalten von Standby-Geräten, die nicht ständig gebraucht werden. Auch beim Konsumverhalten lässt sich viel tun: Kleidung und Technik vor Ort kaufen und ausprobieren, statt sie umständlich online bestellen und aufwändig und ungenutzt als Retoure in der Weltgeschichte herumschicken. Ohnehin sollten wir fragen: Was brauchen wir wirklich? Dabei geht es nicht darum, uns nichts mehr zu gönnen. Aber allein der wöchentliche Einkauf im Supermarkt macht deutlich: Wir packen mehr in den Warenkorb, als wir schlussendlich verbrauchen. 

Deshalb heißt es auch, Essgewohnheiten zu beobachten, sich selbst besser kennenzulernen und am Ende nur das mitzunehmen, was von mir und meiner Familie tatsächlich verwendet wird. Neben Regionalität und ökologischen Aspekten sollten wir uns auch zunehmend für Verpackungsmaterial sensibilisieren. Denn je weniger in Plastik eingepackte Nahrungsmittel wir einkaufen, desto weniger wird die Industrie produzieren. Und wenn man sieht, dass heute so viele recyclingfähige Packungsmaterialien möglich sind, hängt es davon ab, wo wir als Konsumenten zugreifen", meint Riehle.


Als Ernährungsberater weist er auch darauf hin: "Tendenziell haben viele Frischeprodukte heutzutage das Preisniveau von Fertiggerichten erreicht. Insofern ist es mittlerweile kaum mehr teurer, auf unbearbeitete Lebensmittel zu bauen. Wesentlicher Aspekt ist unsere Bereitschaft, Zeit ins Kochen zu investieren. Und wenn wir einen bunten Salat zubereiten oder ein Schnitzel anbraten, statt eine Schale in die Mikrowelle zu schieben, dann hat das auch etwas mit Selbstachtung, Wertschätzung und Genuss zu tun", so Riehle, der sich auch als Lebenscoach versteht: "Aufgabe von Beratung ist es, Menschen für eine andere Blickweise zu begeistern und Anregung zu geben, wo eingefahrene Muster und Glaubenssätze Veränderung behindern. Wir sind Gewohnheitstiere und tun uns mit Anpassung und Reformen schwer, weil wir um Wohlstand und Gemütlichkeit fürchten. Wenn wir uns aber bewusst machen, dass wir auch bei zwei Minuten unter der Dusche sauber werden und dabei Unmengen Wasserverbrauch reduzieren können, ist es eine Sache von Kognition, Überfluss einzugrenzen und dabei Gutes für die Kinder von morgen zu tun".


Der Konstanzer Journalist wird künftig als ehrenamtlicher Berater für nachhaltige Entwicklung in Vereinen und Organisationen tätig sein, die Projekte zum Thema verwirklichen wollen. Er steht interessierten Verbänden, Unternehmen und Einzelpersonen mit seiner Expertise aber auch per Mail: Beratung@Riehle-Dennis.de zur Verfügung.