Dennis Riehle

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04.09.2022

Online-Familienzentrum berät Demenzkranke und ihre Angehörigen ehrenamtlich per Mail

Pressenotiz

Eine steigende Zahl von Menschen leidet in Deutschland an einer Demenz. Und mit der Erkrankung gehen nicht nur kognitive Veränderungen des Patienten einher. Auch psychisch, sozial und körperlich setzt sich ein Abbauprozess in Gang, der für viele Betroffene einen großen Leidensweg bedeutet. Aber nicht nur für sie: Besonders herausgefordert sind auch die pflegenden und betreuenden Angehörigen, die nicht selten große Schwierigkeiten haben, ihren Nächsten bei alltäglichen Dingen plötzlich unterstützen und Tätigkeiten übernehmen zu müssen, die ihr Familienmitglied das gesamte Leben bisher eigenverantwortlich und selbstständig ausführen konnte. Nicht zuletzt sind es Persönlichkeitsveränderungen, die die Liebsten vor immense Fragen stellen: Wie gehe ich mit plötzlichen Aggressionen um? Warum hat sich die Kommunikation mit meinem Gegenüber seit Beginn der dementiellen Erkrankung derart gewandelt? Und weshalb scheine ich ihn mit meiner Ansprache nicht mehr zu erreichen?

Diese Probleme sind typisch für den Umgang mit Menschen, deren Gedächtnisleistung langsam nachlässt und die sich anfangs ihrer eigenen Situation nur widerwillig stellen wollen. Gewohntes und Bewährtes ist auf einmal neu, Fähigkeiten und Fertigkeiten der bisherigen Routine stellen abrupt eine große Hürde dar. Und nicht zuletzt ist es die Sorge vor dem Verlust weiterer Merkmale und Eigenschaften, die das Ich bislang ausgemacht haben und nun langsam verblassen. „Demenzbegleitung ist eine anspruchsvolle und gleichsam zwischenmenschliche Aufgabe, die man nicht von jetzt auf gleich erlernen kann“, sagt der Psychosoziale Berater Dennis Riehle aus Konstanz, der seit Jahren ehrenamtlich in der Altenbetreuung aktiv ist und sich bereits vor einiger Zeit in den Bereichen Gerontologie und Altenbetreuung fortgebildet hat. „Wichtigste Maßnahme für nahestehende Personen ist es zunächst, die geschaffene Ist-Situation anzunehmen und zu begreifen, dass der Angehörige trotz aller Veränderungen Mensch bleiben wird“, meint der 37-Jährige, der sich aktuell zum Demenz-Berater qualifiziert hat und für Geduld wirbt: „Die Diagnose ist vielfach und verständlich ein Schock. Aber sie soll nicht ermutigen, den lebens- und liebenswerten Charakter des Nächsten zu hinterfragen“.

Denn oftmals könne dieser sich noch über lange Zeit seine typische Identität bewahren und dürfe nicht als Mangelobjekt gesehen oder bemitleidet werden: „Es soll Ansporn sein, nicht die Defizite des Angehörigen zu betrauern, sondern das noch Vorhandene zu fördern und zu genießen. Die betreuende Pflegeperson darf sich gleichermaßen vergegenwärtigen, dass sie zunächst in die neue Rolle hineinwachsen muss und deshalb auch nicht perfekt sein kann. Wir müssen uns diesbezüglich vor Überforderung und einer zu strengen Kritik an uns selbst schützen“, erläutert der Berater. „Das Verbalisieren und Interagieren mit meinem demenzkranken Gegenüber den sich wechselnden Gegebenheiten anzupassen, erfordert viel Ausdauer und darf keinesfalls dazu führen, dass wir unsere eigenen Bedürfnisse dabei vernachlässigen oder die Grenze von Kraft und mentaler Stärke überschreiten. Eigenfürsorge ist ein wesentliches Konzept in der Demenzbegleitung und muss denselben Stellenwert einnehmen wie die Pflege des Angehörigen“.

Letztlich müsse auch niemand allein die Situation bewerkstelligen: „Man darf sich nicht zu fein dafür sein, auf externe Hilfe und fachkundige Rückendeckung zurückzugreifen. Die Pflege des eigenen Familienmitglieds besteht am Ende auch darin, sich einen Pool an Unterstützungsmöglichkeiten zusammenzustellen – vom Sozialdienst über einen Arzt des Vertrauens bis hin zu einem psychologischen und emotionalen Halt, ob nun als Therapeut oder durch die beste Freundin. Man sollte die Lasten nicht nur auf den eigenen Schultern tragen, sondern sie durch die Inanspruchnahme der zahlreichen Entlastungsangebote mit Anderen teilen. Die Organisation der Pflege und Betreuung eines Demenzkranken stellt neben der eigentlichen Begleitung des Betroffenen die schwierigste Anforderung für Angehörige dar“, so Riehle, der insbesondere darauf verweist, dass es an noch mehr Edukation und Wissensvermittlung bedarf, damit sich Familienmitglieder ein Rüstzeug anlegen können: „Ob Pflegekurse, Selbsthilfegruppen oder Informationsveranstaltungen: Das Krankheitsbild der Demenz kennenzulernen, seine facettenreichen Gesichter und Auswirkungen zu erkennen und zu verstehen und nicht zuletzt sich selbst zu befähigen, Empathie zu bewahren und Nachsicht mit sich zu üben – solche Ansinnen sollten das Begleiten eines erkrankten Nächsten erleichtern“, führt der gelernte Coach fürsorglich aus.

Riehle will mit seinem Angebot der Anlaufstelle „FamilienKnäuel“ bundesweit kostenlos Demenz-Beratung leisten, die Tipps und Ratschläge für die Betreuung als Angehöriger oder Ehrenamtlicher vermittelt, daneben Fragen zum Umgang und der Bewältigung des Alltags beantwortet und seelsorgerlich durch die Krisen hindurchträgt: „Wir bieten keine Psychotherapie, sondern eine sehr niederschwellige Form der Begleitung. Die Mailberatung hat sich hierfür als geeignetes Mittel erwiesen und sie wird auch jetzt schon überaus rege genutzt“. Da Riehle auch in Sozialrecht und Rechtsfragen der Pflege zertifiziert ist, gibt er ebenso Auskunft über Sozialleistungen und Ansprüche gegenüber der Pflegekasse. Damit ist keine juristische Dienstleistung gemeint, sondern eine erste Orientierung, um sich mit grundlegender Information an die zuständigen Stellen wenden zu können, an die vermittelt wird. Abschließend führt der Konstanzer aus: „Demenz wird uns in den kommenden Jahren noch sehr viel stärker als bisher befassen. Gleichzeitig dürfte die Erkrankung aber mehr und mehr den Schrecken verlieren, weil wir durch Resilienz in der Lage sein werden, sie mit anderen Augen zu sehen und Betroffene nicht nur adäquater behandeln, sondern sie über lange Zeit als partizipierende und in Anspruch auf Würde und Respekt lebende Mitmenschen betrachten, die humorvoll, intelligent und selbstbewusst sind“.

Das Online-Familienzentrum mit Demenzberatung ist überregional für jeden unter Mail: info@familienknaeuel.de erreichbar.

Dennis Riehle - 06:45:22 @ Soziales