Dennis Riehle

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22.07.2022

Beratungsstelle „FamilienKnäuel“: Krisen der Zeit fordern insbesondere pflegende Angehörige heraus

Pressemitteilung
Zahl der Hilfsgesuche steigt zuletzt stark an

„Die Zahl an hilfesuchenden Angehörigen, die einen nahen Verwandten pflegen und betreuen, hat in den vergangenen Monaten dramatisch zugenommen!“ – Mit dieser Aussage macht die Konstanzer Beratungsstelle „FamilienKnäuel“ auf eine deutlich steigende Belastung aufmerksam, die besonders Töchter und Söhne von demenzkranken Vätern und Müttern erleben. Wie der Leiter des ehrenamtlichen Angebots, Dennis Riehle, in seiner Stellungnahme beschreibt, kommen immer mehr Familien durch die vielschichtigen Herausforderungen dieser Zeit zunehmend in Bedrängnis: „Wachsende Ausgaben aufgrund der Teuerungsspirale, Corona-Infektionen zuhause und im Job oder die durch Home-Office gestiegenen Anforderungen zur Organisation und Trennung von Arbeit und Beruf im eigenen Haushalt stellen die Menschen vor eine Welle an Anpassungen, die gerade dann extrem hoch zu sein scheint, wenn ein Familienmitglied pflegebedürftig ist und gegebenenfalls durch psychisch-kognitive und/oder physische Erkrankung eines besonders großen Aufwands an Betreuung und Begleitung im Alltag bedarf“, erklärt der 37-Jährige, der als Psychosozialer-, Familien- und Integrationsberater ausgebildet ist. „Wir können bei unserer Mailberatung von wachsender Überforderung lesen, die sich in Erschöpfung und Perspektivlosigkeit äußert. Zahlreichen pflegenden Angehörigen, aber auch Eltern von kranken oder behinderten Kindern ist die Bewältigung der täglichen Problemen mittlerweile zu viel und sie äußern eine wachsende Desorientierung“, so Riehle, der in Gerontologie zertifiziert und auch in Altenbetreuung sowie Seniorenberatung qualifiziert ist. „Der eigene Anspruch, die eigenen Angehörigen daheim betreuen zu wollen, ist ein hehres Anliegen und aus meiner Sicht überaus verständlich. Allerdings müssen auch Pflegepersonen auf Selbstfürsorge achten. Denn es nutzt niemandem, wenn sie ihre eigenen Kräfte und Grenzen überschreiten und irgendwann kollabieren“.

Riehle rät deshalb zu einer stetigen Reflexion: „Die Anzeichen für ein Ausgebranntsein müssen ernstgenommen werden. Gerade eine spürbare Lustlosigkeit oder Interessenlosigkeit, Tagesmüdigkeit, sozialer Rückzug oder das Gefühl, nur noch im Hamsterrad zu agieren, sind mögliche Warnzeichen für gestresste Angehörige, die sich in der Verantwortung sehen und diese nur schlecht abgeben können. Obwohl die Anforderungen steigen, beispielsweise durch eine fortschreitende Demenzerkrankung, geistigen und körperlichen Abbauprozess oder eine Depersonalisierung des zu pflegenden Angehörigen, empfinden viele Pflegepersonen Schuldgefühle, wenn sie daran denken, ihre Liebsten in stationäre Betreuung zu übergeben. Zudem wissen viele Betreuende nicht, dass auch die Mischung aus eigener Pflege und Hinzuziehung eines ambulanten Sozialdienstes möglich ist. Das zeitgleiche Inanspruchnehmen von Pflegegeld und Pflegesachleistungen ist ausdrücklich vorgesehen und sollte genutzt werden!“, meint Dennis Riehle, der auch empfiehlt, die Bewältigung des eigenen Tagesablaufs bei Bedarf mithilfe einer verhaltenstherapeutischen Kurzzeittherapie oder psychologischen Beratung zu sortieren: „Hierfür gibt es gute Gründe, denn es braucht manchmal den Blick von außen auf die verfahrene Situation zuhause, die man selbst vielleicht nicht zu erkennen vermag. Und es ist auch keinesfalls ein Beinbruch, einen Urlaub oder eine Auszeit zu nutzen. Hierfür stehen im Zweifel tagespflegerische Angebote zur Verfügung, wenn die Pflegeperson eine Pause benötigt und die heimische Betreuung bei ihrer Abwesenheit nicht anderweitig geregelt werden kann. Die komplexen Herausforderungen einer dementiellen Erkrankung sind Angehörigen zu Beginn oft nicht bewusst und sie überschätzen sich im Umgang damit. Insofern lohnt es sich auch, an Schulungen oder Vorträgen teilzunehmen, um sich mit dem Krankheitsbild und den daraus resultierenden Verhaltensweisen des Nächsten zu befassen. Schlussendlich sollte niemand zögern, die unterschiedlichen Hilfsangebote zu nutzen. Auch wir unterstützen mit unserem ehrenamtlichen Beratungsangebot“, so Riehle abschließend.

Die Familienberatung „FamilienKnäuel“ kann unter der Mail-Adresse info@familienknauel.de bundesweit kostenlos in Anspruch genommen werden. Mehr auf www.familienknauel.de.

Dennis Riehle - 07:08:41 @ Soziales

23.06.2022

„Auch Jüngere mit Handicap sollten einen Schwerbehindertenausweis beantragen!“

Pressemitteilung 
des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland e.V.

Gemäß einer aktuellen Statistik hat nahezu jeder zehnte Deutsche einen Schwerbehindertenausweis und damit eine Behinderung mit einem Grad von mindestens 50. Allerdings handelt es sich bei der überwiegenden Mehrheit der Personen um Menschen aus der Altersklasse über 75. Dabei hätten auch viele Jüngeren Anspruch auf entsprechende Nachteilsausgleiche und die Feststellung einer Behinderteneigenschaft, schämen sich nach Ansicht des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland aber vor der Antragsstellung, gerade, weil sie sich am Arbeitsplatz vor einer etwaigen Schlechterstellung fürchten.

Deshalb ermutigt der Sozialberater des ABiD e.V., Dennis Riehle: „Die Ängste vor dem Schritt zur Beantragung eines solchen Schwerbehindertenausweises sind weitgehend unbegründet und sollten daher niemanden davon abhalten, die eigenen Rechte in Anspruch zu nehmen“, erklärt der 37-Jährige, der selbst im Besitz dieses Dokuments ist. „Gerade im Job kann der Ausweis mögliche Forderungen nach Mehrurlaub, bevorzugter Einstellung, Hilfsmitteln oder einem verbesserten Kündigungsschutz begründen und ist damit in den allermeisten Fällen eher ein Türöffner, statt ein Bremser“. Dennis Riehle verweist darauf, dass auch bei einer bestehenden Behinderung mit einem geringeren Grad als 50 eine Gleichstellung mit einem Schwerbehinderten im Arbeitsrecht möglich ist und sich deshalb ein entsprechender Antrag für jeden Menschen mit einem Handicap lohnt: „Denn leidglich für die fiktive Konstellation, wonach die Schwerbehinderung zu erheblichen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz oder zum Umstand führt, dass der Betroffene gewisse Tätigkeiten aufgrund der Behinderung nicht ausführen kann oder darf, ist die Offenlegung der Schwerbehinderung gegenüber dem Arbeitgeber vonnöten. Für alle anderen Arbeitnehmer kann der Ausweis dagegen nur Vorteile bringen und muss dann auch nicht im Beruf kenntlich gemacht werden. Viel eher ist eben auch nur die Inanspruchnahme von steuerlichen Entlastungen denkbar – und dann hat die Schwerbehinderung den Chef überhaupt nicht zu interessieren“, so Riehle.

Die Antragsstellung erfolgt in der Regel beim Versorgungsamt des zuständigen Stadt- oder Landkreises und ist mit den entsprechenden, im Internet auffindbaren, Formularen möglich. In der Mehrheit der Fälle wird nach Aktenlage entschieden. Das heißt, die Behörde fordert von den behandelnden Ärzten entsprechende Befundberichte an und urteilt auf der Basis dieser Attestierungen innerhalb von zumeist drei bis vier Monaten. Eine Schwerbehinderung ist bei chronischen Erkrankungen, die länger als ein halbes Jahr andauern, anzunehmen. Schlussendlich stellt das Amt einen Grad der Behinderung (GdB) zwischen 0 und 100 fest. Gemäß dieser Einstufung können dann verschiedene Nachteilsausgleiche genutzt werden. Bei besonderen Fällen ist daneben auch die Feststellung zusätzlicher Merkzeichen angezeigt, beispielsweise bei stark eingeschränkter Gehfähigkeit oder bestehender Hilflosigkeit.

Kostenlose Sozialberatung zum Thema leistet der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland e.V. bundesweit per Mail unter der Adresse: soziales@abid-ev.de.

Dennis Riehle - 07:30:53 @ Soziales

30.04.2022

Sorge um die Sicherung des Lebensunterhalts treibt Menschen in Depression!

Pressemitteilung

Die Psychosoziale Sprechstunde in Konstanz berichtet von einer wachsenden Zahl an Hilfesuchenden, die aufgrund der massiv gestiegenen Preise in existenzielle Krisen geraten und nicht einmal mehr das Nötigste bezahlen können. Wie der Leiter des ehrenamtlichen Angebots, Dennis Riehle, angesichts dieser wachsenden Problematik berichtet, melden sich täglich mehrere Menschen bei ihm, die angesichts der Inflation zu massiven Einschnitten in der Alltagsführung bereit sein müssen. Denn oftmals fressen die Energiepreise selbst das Budget für die Lebensmittel auf.

„Das trifft vor allem Personen, die bereits in der Vergangenheit Sozialleistungen erhalten haben. Immer öfter finden sich in den uns zugetragenen Erfahrungsberichten aber auch Bürger, die bislang der Mittelschicht angehörten. Sie sind innerhalb von Wochen auf die Inanspruchnahme von den ‚Tafeln‘ abhängig geworden und sparen an allen Ecken und Enden“, so der 36-jährige, der als Psychologischer, Sozial- und Integrationsberater ausgebildet ist und die unentgeltliche Dienstleistung mittlerweile seit zwei Jahren anbietet. „Wenn Menschen in kurzer Zeit erkennen müssen, wonach ihr bisher ausreichendes Einkommen oder eine ansehnliche Rente dahinschmelzen und jeder Cent im Supermarkt umgedreht wird, entfachen hier nicht selten Zukunftssorgen um das eigene Dasein, die in manifeste Ängste und Depressionen übergehen können“.

Entsprechend rät Riehle vielen Anfragenden, einen Überblick herzustellen: „Auch wenn es für alle schwierig ist, die bisher nicht zu sehr auf die Preise achten und entsprechende Angebote beim Einkaufen berücksichtigen mussten, kann es jetzt durchaus sinnvoll sein, nach Schnäppchen zu suchen und gegebenenfalls auch die Ernährung auf Produkte anzupassen, die derzeit nicht zu stark von der Teuerung betroffen sind. Zugleich gilt es aber, vor allem in den Lebensbereichen kürzer zu treten, die nicht die unmittelbare Daseinsvorsorge betreffen. Kann ich gegebenenfalls auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen? Lassen sich Fahrten durch eine Videokonferenz ersetzen? Sind verschiebbare Reisen dabei? Und nicht zuletzt auch: Welches Potenzial besteht beim Energiereduzieren?“, so Riehle, der unterstreicht: „Nein, wir müssen nicht in der kalten Wohnung hausen. Allerdings kann schon jedes einzelne Grad beim Heizen, Duschen oder Kochen einen Beitrag leisten. Damit üben wir nicht nur eine innovative und nachhaltige Lebensführung im Angesicht der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, sondern betreiben verkraftbares Ressourcenschonen, welches sich nicht zuletzt im Geldbeutel sichtbar macht“. Der Berater regt aber auch an, aus der Angst- und Depressionsspirale zu entbrechen.

„Das ist nicht einfach, zumal die Bedenken ja real sind. Es handelt sich also hierbei nicht um fiktive Sorgen, sondern sie sind allgegenwärtig. Insofern bedeutet diese Tatsache auch, dass wir uns mit mancher Gegebenheit abfinden müssen – nicht allerdings, ohne stets in der Aktivität zu bleiben und damit die Ängste keinesfalls überhand gewinnen zu lassen. Ein Tipp ist vor allem, sich darüber zu informieren, ob es für die eigene Situation nicht sogar Anspruch auf Leistungen des Staates gibt. Ich weiß zwar, dass sich kaum jemand von ihm abhängig machen will und sich vor dem Gang zum Sozialamt schämt. Aber die große Zahl an Bedürftigen im Land macht deutlich: Dieser Umstand ist nicht außergewöhnlich, stattdessen bestehen in einem Sozialstaat berechtigte Anrechte auf Unterstützung durch die Solidargemeinschaft. Denn wir wissen sehr deutlich, dass von der momentanen Situation zahlreiche Menschen profitieren. Sie sind in der Verantwortung, für diejenigen einzustehen, die jetzt von Armut und Ausgrenzung bedroht sind. Ich möchte mich nicht explizit in die politische Debatte einmischen. Nach meinem Verständnis hätte die Bundesregierung aber deutlich mehr fiskalische Möglichkeiten, um der derzeitigen Lage entgegenzuwirken. Das beginnt bei der Erhebung von möglichen Vermögenssteuern, über veränderte Staffelung der Einkommenssteuer, Senkung der Verbrauchssteuern, Erhöhung der Sozialausgaben, Anpassung von Lohnuntergrenzen bis zum Hinarbeiten auf eine Anhebung von Zinsen durch die Zentralbanken“, erläutert Riehle diesbezüglich.

Abschließend führt er aus, dass sich Menschen in psychosozialen Fragen kostenlos an seine Mailberatung wenden können und dort eine erste Orientierung zu Anliegen wie den Voraussetzungen zum Erhalt von möglichen Sozialleistungen, Alltagstipps bei einem klammen Geldbeutel, Ernährungsberatung, Vermittlung an Hilfsangebote zur sozialen Integration oder an Anlaufstellen für Menschen in prekären Lebenslagen, psychologische und seelsorgerliche Beratung, Verhaltenstipps bei Ängsten, Nachhaltigkeitsberatung oder mentales Training bekommen. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass die Beratung keine Rechtsdienstleistung darstellt, Haftung ist ausgeschlossen. Auch dient sie lediglich als Ergänzung und ist kein Ersatz für ärztliche oder therapeutische Maßnahmen. Datenschutz und Verschwiegenheit werden zugesichert. Insbesondere richtet sich das Angebot auch an geflüchtete Menschen. Dennis Riehle ist in Interkultureller Kommunikation und als Flüchtlingshelfer geschult und kann aufgrund seiner Zertifizierung im Sozialrecht auch in solchen Problemlagen mit der Mailberatung entsprechend unterstützen.

Jeder Bürger kann sich – auch überregional – bei Dennis Riehle unter beratung@psychosoziale-sprechstunde.de melden.

Dennis Riehle - 07:15:12 @ Soziales

22.03.2022

Familienknäuel Konstanz: Pandemie-Folgen und Kriegsbilder stürzen Familien in große Herausforderungen

Pressenotiz

Die Online-Familienberatung „FamilienKnäuel“ in Konstanz verzeichnet seit Ausbruch des Ukraine-Krieges sprunghaft angestiegene Zahlen an Hilfesuchenden aus unterschiedlichsten Familienkonstellationen. Wie der Leiter des ehrenamtlichen Angebots, Dennis Riehle, in einer Stellungnahme ausführt und darlegt, habe sich das Anfrageaufkommen in den vergangenen drei Wochen vervierfacht: „Darunter sind Müttern und Väter, die nicht wissen und überfordert sind, wie sie ihren Kindern die Bilder des gewaltsamen Konflikts in Europa erklären sollen. Gleichzeitig beklagen gerade auch Alleinerziehende eine deutliche Überlastung, einerseits die Pandemie-Folgen mit Homeoffice und ‘Distance-Learning’ abzubauen – und parallel Ängste der Kleinsten vor einer Eskalation des Russlandfeldzuges zu nehmen“, sagt Riehle, der als Fachkraft für Familienzentren, als Integrationsberater und Psychologischer Berater mit einer Weiterbildung im Bereich Traumata qualifiziert ist. „Oftmals hilft in solchen Situationen der Rat, einerseits die Sorgen ernst zu nehmen und die Situation kindgerecht zu erklären. Andererseits ist es wichtig, den Konsum von Informationen aus dem Kriegsgebiet zum eigenen und zum Schutz der Kinder zu begrenzen“.

„Natürlich sollen und können wir sie nicht vor der Realität abschirmen. Und zu einem gewissen Maß gehört es auch zu einer verantwortungsvollen Beziehung, sie nicht ständig der Wirklichkeit zu entziehen. Gleichsam tut es aber auch uns selbst gut, Abwechslung in den Alltag zu bringen. Durch Ablenkung und Aktivität kann es gelingen, den Fokus zurück in unser Dasein zu lenken. Denn auch wenn die militärischen Auseinandersetzungen auf unserem Kontinent stattfinden, können wir uns weiterhin in Sicherheit wiegen. Um dies zu unterstreichen und unsere Zweifel daran zu zerstreuen, hilft es sicherlich, sich den Nachrichten und Experteneinschätzungen aus seriöser Quelle zu bedienen und nicht allein den sozialen Medien zu vertrauen, in denen sowohl ukrainische wie russische Propaganda zu einem inflationären Umgang mit Superlativen wie dem Dritten Weltkrieg führen. Es ist wichtig, dass wir kognitiv arbeiten und unsere aufgeschreckten Seelen durch Rationalität auf den Boden unserer Tatsachen in Deutschland zurückzuholen. Diese Sicherheit dann auch an die Kinder zu vermitteln, diese Anforderung stellt sich Familien ungemein. Sofern man emotional eng mit den Menschen in der Ukraine verbunden ist, kann man gleichsam durch die unterschiedlichsten Möglichkeiten der Hilfestellung dazu beitragen, die eigene Beklemmung in Aktion umzumünzen. Ob es durch eine Spende ist, durch ein ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge und freiwilliges Tun in einem Helferkreis, aber auch durch das Setzen von Zeichen und Symbolen im eigenen „Facebook“- oder „Whatsapp“-Account und auf der persönlichen Homepage: Alles ist besser als Passivität!“, sagt Riehle mit Blick auf die Erstarrung vieler Menschen.

Er rät darüber hinaus, die frühlingshafte Zeit und die Sonnenstrahlen für Aufenthalte im Freien zu nutzen: „Wir müssen kein schlechtes Gewissen haben, wenn wir es uns hier gutgehenlassen. Zwar ist stets Respekt und Demut vor dem Leid in der Ukraine angebracht. Aber es hilft dort niemandem, wenn auch wir uns psychisch kaputtmachen“, so Riehle. Gleichzeitig ermutigt er auch, die wärmeren Temperaturen und die damit erwartbaren Rückgänge bei den Corona-Infektionen zum Durchatmen heranzuziehen und sich wieder ein Stück mehr Freiheit zu gönnen: „Nach diesem entbehrlichen Winter ist es allzu menschlich und für unseren Organismus und unser seelisches Wohlergehen von immenser Bedeutung, den Anschluss an die Normalität zurückzugewinnen. Wir sind als menschliche Wesen nicht darauf ausgerichtet, in ständiger sozialer Isolation zu leben und uns zu kasteien. Daher bieten sich das Zusammenkommen der Omikron-Variante mit milderen Krankheitsverläufen und der erwartbare Rückgang der Inzidenzen an, unter Wahrung von Mindestabständen und Maskenpflicht in eine Gewohnheit überzugehen, wie wir sie aus vorpandemischen Zeiten kannten. Denn auch Corona wird nicht ewig andauern. Deshalb dürfen wir es nicht verlernen, wie eine geeignete Psychohygiene aussieht – und sie fußt vor allem auf Routine, Nähe und Vielseitigkeit bei der Alltagsgestaltung“, sagt der erfahrene Berater – und bietet weiterhin Mail-Beratung für Familien an. Sie können sich überregional und kostenfrei an info@familienknaeuel.de wenden. Datenschutz und Verschwiegenheit werden gewährleistet. Nähere Informationen zu den Bereichen, zu denen Auskunft möglich ist, finden sich auf der www.familienknaeuel.de.

Dennis Riehle - 06:23:32 @ Soziales

11.01.2022

ver.di in allen Lebenslagen? Ich habe Anderes erlebt…

Pressemitteilung

Der Konstanzer Dennis Riehle, der aufgrund einer gesundheitsbedingten Erwerbsunfähigkeit seit drei Jahren nicht mehr arbeiten kann, ist ein rundum sozialer Mensch. Er engagiert sich in der Psychosozialen Beratung, in Menschenrechtsorganisationen, parteilich und weltanschaulich.

Und nicht zuletzt ist er auch Mitglied in der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), nachdem er auch darin einen Ort gesehen hat, an dem mit Beschäftigten in allen Lebenslagen fair und anerkennend umgegangen wird – auch dann, wenn sie aus dem Berufsleben ausgeschieden sind und sich trotzdem weiterhin für den Gedanken des Zusammenschlusses der arbeitenden Klasse einsetzen möchten. Deshalb war es Riehle auch ein Anliegen, sich in den Reihen von ver.di für die Anliegen von erwerbslosen Menschen einzubringen – doch er ist damit gescheitert.

„Es wirkt auf mich überaus befremdlich, dass ich offenbar aufgrund meiner Erwerbsminderung von einer Fachgruppe zur nächsten verwiesen wurde. Als gelernter Journalist und Psychologischer Berater habe ich sowohl im Arbeitskreis zu Kultur und Medien, aber auch in jedem zu Gesundheit und Sozialpolitik eine Abfuhr erhalten. Mit meiner derzeitigen Lebenssituation passe ich nicht in deren Portfolio, teilte man mir mit. Und so bin ich von einem Kontakt zum anderen verschoben, doch letztlich in keinem der Fachkreise aufgenommen worden. Und das wiederholte Angebot, mich ehrenamtlich mit meinen Erfahren in der Sozialberatung engagieren zu wollen, liegt bei ver.di weiterhin in der Schublade. Schlussendlich muss man sagen: Da wollte mich niemand!“.

Für Riehle ist diese Erkenntnis bitter, denn er hatte damit gerechnet, dass eine Gewerkschaft auch gerade dann zu den Menschen steht, wenn sie sich in prekären Alltagssituationen befinden, beispielsweise krank oder behindert sind. Doch offenbar hat sich der 36-Jährige getäuscht: „Teilweise glich die Abweisung schon einem strukturierten Mobbing. Ich weiß nicht, ob ich damit der Einzige bin, der solch etwas innerhalb von ver.di erlebt hat. Aber erstaunlich ist es für eine der seit längstem bestehenden Bewegungen für sozial Schwache schon, dass man gerade für diejenigen keinen Platz sieht, die derzeit nicht arbeiten können. Da schwingt schon ein gewisser neoliberaler Hauch mit, den ich eigentlich von einer Gewerkschaft so nicht vor Augen habe“.

Riehle hat sich nach Aussagen wie „Da wenden Sie sich besser an einen anderen Fachbereich“, „Leider besteht für ehrenamtliches Engagement bei uns kein Bedarf“ oder „Das ist mit ihrem Lebenslauf durchaus schwierig, bei uns unterzukommen“ nun letztlich dazu entschlossen, Mitgliedschaft und Engagement für ver.di auf den Prüfstand zu stellen: „Ich empfinde die Erlebnisse in der Gewerkschaft durchaus als diskriminierend. Natürlich verstehe ich, dass sie sich in erster Linie für Menschen einsetzt, die im Arbeitsleben stehen. Eigentlich war ich aber doch davon ausgegangen, dass über solch einer geschichtsträchtigen Organisation und einem Gedankengut, dass schon Jahrhunderte überlebt und sich stets an alle gerichtet hat, die es im Beruf nicht immer leicht hatten und um ihre Rechte kämpfen mussten, ein gewisser Geist der Solidarität schwebt. Ich habe ihn leider nicht zu spüren bekommen, ganz im Gegenteil“.

Dennis Riehle - 05:58:31 @ Soziales

16.12.2021

Verpasster Systemwechsel

Leserbrief
zur Absicht der künftigen Koalition, „Hartz IV“ durch ein „Bürgergeld“ zu ersetzen

Viele Beobachter sehen im neuen „Bürgergeld“, das die „Ampel“-Regierung einführen möchte, eine deutliche Abkehr von „Hartz IV“. Ich kann diesen Optimismus allerdings nicht teilen. Denn die Formulierungen im Koalitionsvertrag mögen zwar eine Wegwendung von den Sanktionen erkennen lassen. Diese waren nach dem Gerichtsurteil des Bundesverfassungsgerichts aber ohnehin schon beschränkt worden. 

Ich habe in meiner Arbeit als Psychosozialer Berater zudem den Eindruck gewonnen, dass es nicht diese Kürzungen sind, mit denen die meisten Bezieher des Arbeitslosengeldes II vorrangig hadern. Viel eher sind es die kaum realistischen und stets viel zu verzögert angepassten Regelsätze, mit denen ein Individuum kein vernünftiges soziokulturelles Dasein fristen kann – welches aber die Verfassung vorsieht und das auch mit der umdefinierten Sozialleistung der künftigen Koalition nicht erreicht werden wird. 

Gleichsam war die fehlende individuelle Förderung bisher ein Manko – und scheint es ebenfalls zu bleiben. Der Irrglaube, die große Mehrheit der arbeitssuchenden Bevölkerung müsse eher gefordert statt gefördert werden, scheint insbesondere durch die „Freien Demokraten“ in der kommenden Koalition beständig aufrechterhalten worden sein. Dabei habe ich erlebt, wonach es in den überwiegenden Fällen ein Bedürfnis der Leistungsempfänger ist, endlich wieder Beschäftigung zu haben. 

Kaum jemand von ihnen sitzt gerne den ganzen Tag fernsehguckend auf der Couch. Arbeit ist Ablenkung, Sinn und Erfüllung – weshalb es wichtig gewesen wäre, von Endlosschleifen an Rhetorikseminaren, Qualifikationen à la Grundschul-Rechenaufgaben und dem Zwang zu erwartbar ergebnislosen Initiativbewerbungen abzurücken. Wertschätzung gegenüber Menschen bedeutet einerseits, ihnen einen der Inflation und den tatsächlichen Lebenshaltungskosten angemessenen Geldbetrag zu gewähren – und das bedingungslos, nicht als Anreiz. 

Andererseits heißt es aber auch, sie nicht länger als Nummern zu behandeln, die vom „Jobcenter“ schematisch abgearbeitet und Beschäftigungstherapien zugeführt werden. Im Kern hat man sich von den Schröder’schen Reformen auch bei Rot-Grün-Gelb nicht verabschiedet, weil man es verpasst hat, Arbeitslosen wieder eine Würde zu geben.

Dennis Riehle - 09:26:05 @ Soziales