Dennis Riehle

  

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13.09.2021

Die klimatische Erweckungsbewegung

Leserbrief
zum Online-Klimagebet „Kirche für 1,5°“ am 21.09.2021 

Das Eintreten für den Klimaschutz nimmt immer fragwürdigere Züge an: Dass nun die evangelische Kirche zum „Klimagebet“ einlädt und Gott darum bitten will, dass die Menschheit doch endlich zur Besinnung kommen möge und die international gesteckten Ziele einhalten solle, ist in mehrerlei Hinsicht bedenklich und pervertiert jegliche Religiosität: 

Zwar wissen wir spätestens seit der Flüchtlingskrise, wonach der Protestantismus eine sehr politische Konfession ist, die sich auch gerne dezidiert durch ihre obersten Vertreter auf eine bestimmte Seite zu stellen vermag. Doch dass man jetzt sogar versucht, eine charismatisch oder pfingstlich anmutende Erweckung zu erhoffen, lässt mich an mancher Rationalität der Beteiligten zweifeln. 

Immerhin kenne ich solche Praktiken nur aus extremen Glaubensrichtungen, deren Anhänger ihrer höheren Macht eine grenzenlose Allmacht zugestehen und darauf vertrauen, dass sie theistisch gesehen in das Weltgeschehen und sogar in die Köpfe und Denkprozesse des Menschen eingreift. Politische Entscheidungen sind nicht durch einen Gott beeinflussbar. Wer davon ausgeht, instrumentalisiert und missbraucht ihn für die eigenen Utopien. 

Der Slogan „Kirche für 1,5°“ ist eine Bankrotterklärung, weil sich das Ansinnen widerspricht: Die Umweltschutzbewegung geht davon aus, dass wir unter einem menschgemachten Klimawandel leiden und damit selbst dafür verantwortlich sind, dass es zu einer drastischen Erderwärmung kommt. Weshalb möchte man dann Gott in diese Fehlentwicklung einbinden? Ist er derjenige, der Menschheitsfehler ausbügeln soll? Der Retter in der Not, der lediglich dann bemüht wird, wenn wir Geschöpfe nicht mehr weiter wissen? 

Unabhängig davon, dass ich nicht davon überzeugt bin, wonach sich die perspektivische Veränderung unseres Klimas allein auf die zweifelsohne unredliche Ressourcenverschwendung durch uns irdische Wesen zurückführen lässt, verstört mich als Christ und ehemaliges Mitglied der evangelischen Kirche, mit welcher Einseitigkeit und Naivität man sich mit denjenigen verbündet, die momentan versuchen, die Wahrheit für sich zu beanspruchen. Dass man gerade die nicht unumstrittene Aktivistin Neubauer zum „Online-Gebet“ eingeladen hat, lässt anmuten: 

Wird hier die Stellvertreterin der verehrten und sicher alsbald heiliggesprochenen Greta Thunberg als Messias und Nachfolge Christi zelebriert? Ich erwarte in politischen Fragen eine Unabhängigkeit der Konfessionen, solange sie nicht die Mehrheit ihrer Mitglieder wissentlich hinter sich vereinen kann. Die Verjüngung in der EKD hat offenbar auch zu einem massiven Erdrutsch in den weltlichen Überzeugungen der evangelischen Kirche geführt. 

Dass offenbar die neue Mittzwanziger-Präses Anna-Nicole Heinrich nicht nur theologisch gesehen eine liberale Haltung einnimmt, sondern sich auch politisch kurz nach ihrem Amtsantritt derart in eine bestimmte Ecke positioniert, lässt mich daran zweifeln, ob die Protestanten nicht doch auf dem Weg sind, sich von einer Religions- zu einer dezidiert diesseitigen Weltanschauungsgemeinschaft zu wandeln.

DennisRiehle - 07:58 @ Glaube