Dennis Riehle

  

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20.07.2021

Diagnose: Anpassungsstörung

Leserbrief
zu den Forderungen nach verstärktem Klimaschutz im Angesicht der Unwetterkatastrophe, SÜDKURIER vom 20. Juli 2021

Deutschland verfällt in Aktionismus, weil eine Flut von apokalyptischem Ausmaß unendliches Leid gebracht hat. Die Meteorologen sprechen davon, dass sich solche Katastrophen durch den Klimawandel häufen werden. Gleichsam betonen sie aber, dass solch singulären Ereignisse nur alle hundert Jahre vorkommen. Niemand kann zweifeln, dass wir den Erdball ausgebeutet haben. Doch inwieweit können wir tatsächlich darauf Einfluss nehmen, dass sich das langfristige Wettergeschehen zu unseren Gunsten verändern wird? 

Die Vergangenheit macht deutlich, dass unser Klima schon immer erheblichen Schwankungen ausgesetzt war. Ist unter diesem Aspekt nicht manch hektisches Gebaren der Gegenwart mehr scheinheilig als ehrlich – wenn wir enorme Kraftanstrengungen aufwenden, um vielleicht eher das eigene Ego zu stärken, statt die Welt zu retten? Mag es tatsächlich mehr als Wahlkampftaktik sein, wenn die Umweltministerin als Antwort auf die Unwetter die Solardachpflicht und ein Vorziehen des Kohleausstiegs anmahnt? 

Wird da möglicherweise ein natürliches Inferno missbraucht, um einer bestimmten Ideologie Vorschub zu leisten? Wird es das Klima interessieren, ob Deutschland Photovoltaik auf seine Häuser setzt und das Grubengold ein paar Jahre weniger fördert? Werden hier eventuelle Zusammenhänge hergestellt, die letztlich dem Selbstzweck einer ökologischen Anschauung dienen und nur den Stolz von Luisa Neubauer und Co. befriedigen sollen? Ab und zu tut es gut, Gottgegebenheiten mit etwas mehr Gelassenheit zu betrachten. 

Ich will keinesfalls in Frage stellen, dass es unserem Trabanten förderlich wäre, wenn wir unser kapitalistisches Konsumverhalten hinterfragen. Denn es gibt genügend Alternativen zu unserem derzeitigen Verbrauch an Ressourcen, die weitaus weniger soziale Strapazen abverlangen würden, als ein möglicherweise erfolgloser Versuch, eine auch ohne unser Zutun herannahende Veränderung mit künstlicher Aufgeregtheit abwenden zu wollen. Ist es uns – und vor allem der Politik, den selbsternannten Klimaschützern und den demonstrierenden Jugendlichen – all die Angst und Furcht einer großen Mehrheitsbevölkerung wert, die sich durch den Alarmismus und das betriebsame Visionieren über explodierende Spritpreise, verbotene Ölheizungen und Unmengen an Investitionen der Dämmung schon heute in Existenznöten sieht? 

Statt des krampfhaften Ankämpfens für ein fiktives 2-Grad-Ziel, das uns nicht nur Milliarden kosten, sondern auch den gemeinschaftlichen Frieden in erheblicher Weise stören wird, würde ich mir Besonnenheit wünschen – weil es nicht das erste Mal in der Menschheitsgeschichte wäre, dass wir Wandlungsfähigkeit bewiesen haben. Es ist müßig und anmaßend, kurze Zeit nach dem Verlust von weit mehr als 150 Leben darüber zu spekulieren, was man hätte besser machen können. Genauso fruchtlos ist es aber, reaktionistisch nach weiteren Maßnahmen zu rufen, deren Verhältnismäßigkeit man angesichts der Kosten-Nutzen-Rechnung – also ihres potenziellen Effekts auf das Weltklima im Vergleich zu den Aufopferungen, die dafür erbracht werden müssen – arg bezweifeln sollte. 

In der Psychologie würde man jenen, die Realitäten nicht annehmen können und stattdessen die Flucht in Utopie und Unstetigkeit antreten, eine Anpassungsstörung attestieren – und man würde ihnen empfehlen, sich mit den durch die vorbestimmte und nur in begrenztem Umfang suggestible Faktizität neu gesetzten Grenzen anzufreunden. Nutzen wir unsere Kräfte und das Geld, uns krisensicher zu machen – und schmeißen wir es nicht einer gesteigerten Hyperthymie in den Rachen,  die einem blinden Zeitgeist folgt.

DennisRiehle - 14:25 @ Gesellschaft