Dennis Riehle

  

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Offenes Schreiben an das Paul-Ehrlich-Institut
Ich bin kein Corona-Leugner und kein Impf-Gegner, ich will lediglich Transparenz!
Offener Brief_PEI_Mögliche Langzeitfolgen der Corona-Impfung.pdf (5.82KB)
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Liebe Besucher,


an dieser Stelle haben Sie die Möglichkeit, in meinem Blog von mir verfasste Texte zu lesen. Darunter finden sich Pressemitteilungen, Leserbriefe und Standpunkte zu Themen der Zeit, kritische Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Entwicklungen sowie soziale und politische Meinungsbeiträge, die nicht den Anspruch erheben, in jedem Fall dem "Mainstream" zu entsprechen. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass Sie manche Beiträge nachdenklich machen oder gar Ihre eigene Gegendarstellung provozieren. Gerne können Sie mir deshalb auch Ihr Feedback unter Mail: Riehle@Riehle-Dennis.de zukommen lassen. Ich freue mich auf den Austausch mit Ihnen!


Ihr Dennis Riehle


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Dennis Riehle

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21.07.2021

20 Jahre Ehrenamt - ein Zwischenfazit…

Erfahrungsbericht
Zwischen Sinnhaftigkeit und Undankbarkeit…

Manchmal frage ich mich: Haben Ernst Busch (1832 – 1908), Joachim Ringelnatz (1883 – 1934) oder Josef Weichmann (Westerbach) nicht doch recht gehabt? Einer von ihnen (oder alle drei?) hat jenes Gedicht verfasst, was bis heute in der Welt des Ehrenamtes zu hitzigen Diskussionen führt. Manche meinen, der Autor leiste den bürgerschaftlich Engagierten mit seiner bissigen Kritik am Freiwilligendienst einen Bärendienst. Andere wiederum argumentieren, dass in der genannten Lyrik „Nur kein Ehrenamt“ vielleicht schon mehr als nur ein „Fünkchen Wahrheit“ stecke. Zweifelsohne wird der Reim sehr deutlich. Da heißt es unter anderem: „Ohne Amt lebst Du so friedlich / und so ruhig und so gemütlich / Du sparst Kraft und Geld und Zeit / wirst geachtet weit und breit“. Unbestritten: Nicht nur in dieser Belletristik wird der Streit um das unentgeltliche Tun erbittert geführt. Und das nicht ohne Grund: Millionen Deutsche sind Tag für Tag engagiert. Ob im Sport, in der Religionsgemeinschaft oder im karitativen Verband – das Ehrenamt spart nach unterschiedlichen Schätzungen bis zu mehreren Milliarden Euro jährlich. Insbesondere CDU und CSU werden deshalb nicht müde, immer wieder neu zu betonen, welchen Stellenwert dieses uneigennützige Wirken doch hat. Dagegen kommt aus dem politisch linken Lager der Vorwurf, dass viele Ehrenamtliche zum Lückenbüßer für den Sozialstaatsabbau herhalten müssen und ungewollt verhindern, dass versicherungspflichtige Jobs geschaffen werden. Die Argumente sind dabei nicht neu – und doch entzündet sich der Diskurs regelmäßig an der Frage, ob unser Land tatsächlich zusammenbrechen würde, stellten die Hilfsbereiten ihr Tun plötzlich ein. Und auch wenn gerade Unionspolitiker wiederkehrend behaupten, es sei keinesfalls selbstredend, wonach sich so viele Bundesbürger in das Gemeinwesen einbrächten, möchte ich heute ein wenig Wasser in den süßen Wein der heilen Welt aus zivilgesellschaftlichem Engagement und Aufopferungsgabe gießen.

Seit 20 Jahren treibe ich mich in den verschiedensten Institutionen um und betätige mich ehrenamtlich. Begonnen habe ich nach meiner Konfirmation in der Kirche, verbrachte stundenlang in der Gemeinde. Mein Tun nahm man mit einem „Vergelt’s Gott“ gerne an, war ich doch sozusagen der „Mann für alle Fälle“. Ob in der Gemeindearbeit die Gottesdienste gestaltet oder sonntags mit der Flöte den Gesang begleitet – unzählige freie Momente habe ich investiert, um der nach meiner Ansicht „guten Sache“ dienlich zu sein. Doch dann kam die Zeit der sexuellen Reifung – und Orientierung. Für viele christliche Glaubensgemeinschaften ein heikles Thema. So scheinbar auch für Teile der badischen Landeskirche, zu der ich damals noch gehörte. Ein Schwuler, der die Heranwachsenden im Konfirmandenunterricht betreut? Ein Homosexueller, der möglicherweise nicht die Heilige Schrift erfüllt? Vielleicht sogar ein „verlorenes Schaf“, das man mit der Hilfe des Herrn wieder auf den rechten Weg zurückbringen muss? Immerhin hatte mein angebliches Schwulsein doch ausgereicht, um mich vorsorglich aus der Jugendarbeit zu entfernen und auf der Straße zu meiden. Und als wäre mein „Anderssein“ nicht schon schwere Sünde genug, kam hinzu, dass ich bereits früh an einer Zwangsstörung erkrankte. Mein offensiver Umgang mit dieser Tatsache brachte mir schlussendlich die Feststellung eines hohen Klerikers ein: „Psychisch kranke Seelsorger braucht die Kirche nicht!“ – womit meine Motivation, ein Theologie-Studium zu beginnen, nahe null gerutscht war. Immerhin war auch ein wenig der liebe Gott selbst daran schuld, denn wie er damals das Leiden auf mich verteilte, empfand ich als spürbar ungerecht. Nun ja, die „Theodiée-Frage“ hat mich zumindest nicht am Ehrenamt zweifeln lassen – wenngleich ich jenes in Reihen der Kirche nach all den Vorfällen gezwungenermaßen beendete und für mich erstmals attestierte: „Jahrelange Hingabe wird mit einem Kick aus der Kirchentür belohnt!“. Dass damit der Grundstein für ein sich langsam auftürmendes Misstrauen gegenüber dem Hauptamt und den Nutzern freiwilliger Dienste gelegt war und durch Einlassungen wie „Mit Ihrem Glauben tragen Sie Eulen nach Athen“ noch bestärkt wurde, scheint in der Gesamtschau dann doch wenig erstaunlich. Wie gut, dass es auch noch weltoffene Menschen gibt, die mich geistlich aufgenommen haben und mit denen ich in der hiesigen Studierendengemeinde erfüllte Stunden verbracht habe, weil ich mich in Gottesdiensten zum Christopher-Street-Day oder dem Weltaidstag nicht verstellen musste. Gleichsam habe ich der Kirche die Botschaft hinterlassen: „Achtet darauf, dass ihr eure treusten Schäfchen nicht als Mülleimer des guten Willens verwendet, deren langjähriges Engagement und gottvertrauende Nächstenliebe nicht nach Belieben ausgenutzt werden sollten, um sie im Moment der Missliebigkeit einfach auszusortieren!“.

Schnell danach erfolgte mein Einstieg in die Selbsthilfearbeit. Sie ist bis heute ein Kernstück meines ehrenamtlichen Engagements, das ich mit großer Leidenschaft erfülle. Denn aus der Erfahrung von Multimorbidität ist in mir das Bedürfnis erwachsen, die zahlreiche Unterstützung, die ich aus dem Gesundheits- und Sozialwesen erhalten habe, an andere Betroffene und Angehörige zurückzugeben. Ja, diesen Grund hört man oft, wenn Freiwillige nach ihrem Antrieb gefragt werden, warum sie sich für die Gesellschaft einsetzen. Und tatsächlich löst das Geben in einer Gesellschaft, in der heutzutage das Nehmen im Vordergrund steht, angenehme Gefühle der Zufriedenheit aus, die für ein erfülltes Dasein so wichtig sind. Doch auch dort, wo Kranke, Behinderte und sozial Schwache sich gegenseitig helfen, sich Rat geben und gleichsam fördern möchten, „menschelt“ es ganz gewaltig. Postengeschacher, das Ringen um Macht und Einfluss oder der Versuch der Omnipräsenz: Auch ich nehme mich nicht davon aus, im Hauen und Stechen unter den Ehrenamtlichen mitzumischen – was bleibt ihnen auch abseits von Ansehen, Anerkennung und Aufmerksamkeit? Dass man sich in seinen Vorstandsämtern profilieren möchte, das ist eine normale Reaktion des Menschen, dem letztlich die Würdigung und Ehre persönlichen Auftrieb gibt. Das ist solange auch keinesfalls verwerflich, wie man in im persönlichen Verhältnis der Engagierten untereinander fair und sachlich bleibt. Doch leider neigen Ehrenamtliche immer wieder dazu, Konflikte auf die Beziehungsebene zu verlagern. Emotionale Verletzungen sind dann keine Seltenheit und führen oftmals zu einem gekränkten Rückzug aus der jeweiligen Aufgabe. Was bleibt, sind meist Enttäuschung viel zerschlagenes Porzellan. Allerdings ist das soziale Engagement prädestiniert dafür, unter Befindlichkeiten zu ächzen. Menschen, die sich dort einbringen, zeigen eine immens hohe Einsatzbereitschaft und agieren häufig mit derartiger Selbstlosigkeit und Enthusiasmus, dass ihr Tun irgendwann in einem „Ausgebranntsein“ endet. Ist es das wert? Letztlich hängt die Antwort auf diese Frage wesentlich von der Abwägung ab, ob In- und Output noch in einem ordentlichen Verhältnis zueinanderstehen. Daher ist eine regelmäßige Eigenreflexion das „A und O“. Ich habe in meiner Verantwortung als Selbsthilfegruppenleiter nach über einem Jahrzehnt praktischer Erfahrung zwischenzeitlich „den Hut genommen“, nicht nur, weil sich das Hauptamt offenbar zunehmend vor Konkurrenz fürchtete – und mit direkten Anwürfen und der Unterstellung von Selbstherrlichkeit pikiert reagierte. Vor allem stieß mir aber eine zunehmende Geisteshaltung auf, die für unser 21. Jahrhundert augenscheinlich recht bezeichnend ist und Ausdruck einer gesellschaftlichen Veränderung sein dürfte: Wenn Teilnehmer zur Selbsthilfegruppe nur noch nach Lust und Laune erscheinen, der Moderator plötzlich alleine dasitzt und bei jenen, die als Betroffene nur noch bei Bedarf vorbeischauen, eine Mentalität der Selbstbedienung entsteht – ja, dann ist es durchaus Zeit, sein eigenes Engagement zu durchleuchten. Ob man dabei auf Busch, Ringelnatz und Weichmann hören muss, bleibt dabei aber natürlich jedem selbst überlassen: „Willst du froh und glücklich leben / laß kein Ehrenamt dir geben! / Willst du nicht zu früh ins Grab / lehne jedes Amt gleich ab!“.

Manchmal habe ich das Gefühl, wir seien in einem „Gemischtwarenladen“. In den letzten Jahren hat die Erwartungshaltung vieler Menschen ein unerträgliches und gleichsam unverschämtes Maß angenommen. Ich verstehe durchaus, dass ich es in meiner freiwilligen Arbeit nicht selten mit Personen zu tun habe, welche sich in großer persönlicher Not befinden. Darum vermag ich auch nicht zu verurteilen, wenn am späten Sonntagabend das Telefon klingelt und ich um ein „offenes Ohr“ gebeten werde. Doch was eigentlich die Ausnahme bleiben sollte, wird zusehends zur Normalität. Mich verstört und ärgert es zugleich, wenn ich von Anrufern hören muss: „Wissen Sie, mein Therapeut ist heute nicht erreichbar, deswegen habe ich nun Ihre Nummer gewählt”. Eine durchaus zweifelhafte Tendenz, wonach sich die ersten Säulen des Gesundheitssystems auf das lediglich vierte Standbein verlassen, das streng genommen eine Unterstützung, aber keinesfalls ein Ersatz sein soll – und darf. Es gibt Parteien in unserem politischen Spektrum, die immer wieder ihre Wertschätzung und Anerkennung für das umfangreiche Einbringen der Bevölkerung in den sozialen Bereich danken – gleichsam aber nicht verhindern, dass sich hauptamtliche Strukturen zurückziehen und sie dies mit der gewissenhaften Präsenz der Ehrenamtlichen begründen („Die werden’s schon richten“). Wie zufrieden berichtete mir einst ein Psychiater aus der Ferne: „Wenn ich weiß, dass Sie am Wochenende für die Menschen da sind, kann ich mich endlich einmal beruhigt zurücklehnen“. Nein, Selbsthilfe ist weder ein Äquivalent zur fachärztlichen oder psychologischen Konsultation, noch können sie etwaige Notfälle auffangen. Das Ehrenamt ist nicht dafür gedacht, die Professionellen aus ihrer Verpflichtung zu entbinden, die Versorgung von Kranken sicherzustellen. Ich kann zwar eine ergänzende Beratung dazu beitragen, dass eine erste Linderung erfolgt. Doch die Vorstellung Hilfesuchender und amtstragender Personen, wonach wir als freiwillig Aktive das stark überlastete Sozialwesen des Landes in irgendeiner Art kompensieren könnten, ist beängstigend, naiv und schlichtweg falsch – und von einer politisch mitverantworteten Selbstgerechtigkeit getragen.

Wir wissen aus vielen Untersuchungen, dass sozial Engagierte nicht selten zu Überforderung und „BurnOut“ neigen, weil sie sich in einem übersteigerten Verantwortungsbewusstsein Aufgaben hingeben, die ihre Belastbarkeit und Kompetenz übersteigen. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass sich Ehrenamtliche gegen diese durchaus ausbeuterisch anmutende Grundhaltung der Gesellschaft gegenüber vielen gemeinnützig Tätigen nicht zur Wehr setzen können. Ich gebe zu: Über einen langen Zeitraum war auch ich nicht in der Lage, mich aus dieser Situation zu emanzipieren, in die ich mich selbst manövriert hatte, deren scheinbare Gottgegebenheit von außen aber fraglos angenommen wurde. Und so war der rasche Protest derjenigen groß, die meine laienhafte Erfahrung und Zuwendung je nach aktueller Konstitution gewohnheitsmäßig in Anspruch genommen haben, als ich mich abseilte. Nachdem ich meine Tätigkeit in der Selbsthilfe aufgrund der rückläufigen Nachfrage zunächst deutlich zurückgefahren habe, stieg gleichzeitig meine Bereitschaft an, mich direkt vor Ort nützlich zu machen. Seit mittlerweile acht Jahren betreibe ich deshalb in meinem Heimatdorf eine Sozial- und Pflegesprechstunde der Nachbarschaftshilfe – und auch da scheint es zur Gewohnheit für die Menschen geworden zu sein, eine Rund-um-die-Uhr-Bereitschaft vorauszusetzen. Manche Anrufer sprechen ein Dutzend Mal täglich auf das Band, weil sie ihr Erwartungsdenken als gerechtfertigt ansehen, wonach solch eine Dienstleistung doch „ad hoc“ zu erreichen sein müsste. Dass dabei aber allzu häufig vergessen wird, wonach hinter einem derart ehrenamtlichen Angebot ein Privatmensch steckt, der sein Tun weder in Vollzeit verrichtet, noch für sein Handeln in irgendeiner Weise vertraglich gebunden oder gar entlohnt wird, interessiert viele Ratsuchende nicht. Im Gegenteil: Es hagelt Beschwerden, dass Antworten nicht innerhalb von 24 Stunden bei ihnen eintreffen. Als ob sie dabei die einzigen Mitbürger wären, welche Anspruch auf Hilfe hätten, stilisieren sie sich rechthaberisch zu einem „Kunden“ empor, der schließlich nach einem gewissen Service verlangen könnte. Der Truismus der Gegenwart hat mittlerweile besorgniserregende Züge angenommen und trägt nicht zuletzt zur Entmutigung von Engagierten bei. Denn wer mag es dem Ehrenamtlichen verübeln, wenn er unter alledem zum Schluss kommt, den auch die genannten Gedichteschreiber bereits erkannt und in durchaus markigen Worten niedergeschrieben haben: „Drum, so rat ich Dir im Treuen: / willst Du Weib (Mann) und Kind erfreuen / soll Dein Kopf Dir nicht mehr brummen / laß das Amt doch and’ren Dummen“.

Nun ja, und dass man heute nicht mehr unbedingt auf Wertschätzung oder Anerkennung für sein geleistetes Ehrenamt setzen kann, dürften viele engagierte Kollegen ebenfalls bestätigen zu können. Unbestritten: Die öffentliche Hand strengt viel an, um das freiwillige Tun der unzähligen Menschen zu würdigen. Und nein, ich glaube tatsächlich nicht, dass man dies aus einem reinen Selbstzweck heraus macht, um sich die fleißigen Mitbürger „bei der Stange zu halten“ – weil man sie ja doch braucht. Aber die alljährlichen Zeremonien, bei denen ausgewählte Personen vom Bürgermeister pompös ausgezeichnet werden, ersetzen eben nicht das „Dankeschön“ im Alltag, das in unserer Gesellschaft ohnehin rar geworden ist. Wie sehr das ehrenamtliche Wirken zum Gemeinplatz deklassiert wurde, zeigt nicht zuletzt das stillschweigende Hinnehmen von freiwilligen Leistungen, die eigentlich ganz offensichtlich in den Zuständigkeitsbereich des öffentlichen Sektors gehören. Wenn man – wie ich – über knapp zwölf Jahre vollkommen selbstlos für seine Mitbevölkerung im Informationsblatt regelmäßig über das Dorfgeschehen lange Artikel schreibt und dafür ganze Tage im Monat aufwendet, so ist das in meinem Fall ein überzeugter und aus heimatlicher Verbundenheit von Herzen erbrachter Dienst. Auch dass die Einwohnerschaft hierauf mit diskreter Zurückhaltung antwortet und über die Zeit hinweg in gerade einmal neun Reaktionen ihre Reverenz erweist – man mag es ihnen im schnelllebigen Alltag vielleicht noch verdenken. Dass man aber für seine Tätigkeit nicht selten dem Hauptamt auch noch „hinterherrennen“ muss und nicht einmal eine Bestätigung für all das erhält, was man abliefert, entkräftet das Ehrenamt auf Dauer ungemein. Wir haben die positive Kritik verlernt – und die Bedeutung des kurzen „Prima gemacht!“ zwischendurch zunehmend verkannt. Wie wichtig und motivationsfördernd es allerdings für Engagierte sein kann, mögen diejenigen vielleicht gar nicht zu ermessen vermögen, für die solch eine Geste bereits zum zeitgeistigen „Overstatement“ gehört. Möglicherweise bin aber auch ich schon altersstarr geworden, wenn ich mich in meiner heutigen Bestandsaufnahme so verbittert zeige. So möchte ich doch noch beruhigen. Denn ja, auch heute würde ich noch immer den Satz bestätigen: „Das Ehrenamt ist mein Leben“, schließlich hat es dem Grunde nach bis jetzt nicht an seiner Sinnhaftigkeit und Faszination verloren.

DennisRiehle - 03:42 @ Ehrenamt