Dennis Riehle

  

Blog: Meine Kommentare, Meldungen und Standpunkte


An dieser Stelle möchte ich Ihnen regelmäßige Verlautbarungen meiner Person zugänglich machen, die die unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereiche betreffen. Dabei ist es mir wichtig, dass nicht alle Positionen dem heutigen "Mainstream" entsprechen, sondern durchaus auch zum kontroversen Debattieren anregen sollen. Schauen Sie doch immer mal wieder vorbei und lesen Sie die neuesten Einträge! Viel Vergnügen dabei!


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04.05.2021

Vernebelungstaktik

Leserbrief zur Präsentation des neuen Freiwilligendienstes der Bundeswehr, SÜDKURIER

Und schon wieder ein neuer Freiwilligendienst, der die Möglichkeit für junge Menschen erweitern soll, sich nach Schule oder erster Berufsorientierung einem guten Zweck hinzugeben. Was die Bundeswehr mit den von ihr bekannten Videos modern und kameradschaftlich vermitteln möchte, mag den ein oder anderen Anwärter für solch einen Dienst wieder einmal verklären. Denn in Wahrheit handelt es sich weniger um einen Einsatz für den Heimatschutz, sondern vielmehr um eine Hinführung zum Dienst an der Waffe. Der „Deutsche BundeswehrVerband“ hat deshalb auch sogleich darauf hingewiesen, dass es sich bei dem freiwilligen Engagement nicht um ein „THW-light“ handelt, das sich allein auf den Bevölkerungsschutz bei Hochwasser oder in der Bewältigung der Corona-Pandemie fokussieren wird. 

Wer solch einen Eindruck gewinnt, der ist wohl in den vielen sozialen Diensten für junge Leute – die um ein Vielfaches schlechter bezahlt werden, dafür aber für einen uneingeschränkten Friedenseinsatz stehen – deutlich besser aufgehoben. Denn es ist nicht das erste Mal, dass unser Militär auf Umwegen versucht, für das Schießmanöver junge Bundesbürger zu rekrutieren. Nein, ein Einsatz bei der Bundeswehr ist weder „cool“, „patriotisch“, noch „sinnstiftend“. In einer Welt, in der wir darauf hinarbeiten müssen, die kriegerischen Konflikte endlich zu reduzieren, ist es kein vernünftiges Zeichen, die Armee durch die Hintertür weiter aufstocken zu wollen. Wir leben in einem friedlichen Europa, das nicht durch weitere Aufrüstung animiert werden soll, seine stabilen Strukturen ins Wanken zu bringen. 

Ich halte es für verantwortungslos, Jugendliche einseitig für Verteidigung und militärische Intervention zu begeistern – und sich dabei des Mittels ziviler Verharmlosung zu bedienen. Es muss klar benannt werden, was die jungen Teilnehmer an diesem Freiwilligendienst erwartet – unverblümt, direkt und rigoros. Denn Bundeswehr ist kein Spaß. Wiederkehrende Ereignisse zeigen uns, welcher Geist in den Reihen der Soldaten herrscht. Nicht selten bricht der Korps die Psyche der kaum von der Schule entlassenen Jugendlichen, die in Wahrheit überhaupt keine Vorstellung vom rauen Klima in der Truppe haben. Wir müssen aufhören, Freiwilligendienste der Bundeswehr als Ausflüge auf den Kinderspielplatz zu beschönigen. Ich lehne die Rückkehr zur Wehrpflicht durch eine Hintertür ab. 

Das Signal muss eindeutig sein: Im 21. Jahrhundert ist der Stolz für das Vaterland keine Staatsräson mehr. Stattdessen ist das Eintreten der nächsten Generation für einen schrittweisen Rückzug aus NATO und anderen Bündnissen wegweisend und nachhaltig. Ich wünsche mir, dass viele Jugendliche reflektiert erkennen mögen, dass das Locken mit hohen Verdiensten und sicherer Zukunft nur eine Seite der Medaille ist – die Geißel des Unfriedens prägt die andere Seite. Weniger Rüstungsausgaben, keine europäischen Streitkräfte und ein klares „Nein“ zu Atomwaffen – das mag heute zwar noch langweilig klingen, ist aber der Trend von morgen!

DennisRiehle - 07:33 @ Politik


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