Dennis Riehle

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Gesprächskreis betreuender Angehöriger

 
 

 

Der „Demografische Wandel“ beeinflusst mittlerweile unser alltägliches Leben: In einer Gesellschaft, deren Durchschnittsalter sich beständig nach oben verschiebt, sind die Auswirkungen für jedermann sichtbar. So pflegen immer mehr Verwandte Angehörige im heimischen Umfeld. Diese Tendenz trägt dem Gedanken „ambulant vor stationär“ entsprechend Rechnung, den die Politik ausgegeben hat – und der dazu beitragen soll, dass der Pflegebedürftige so lange wie möglich in der gewohnten Umgebung bleiben kann. Für die betreuenden Familienmitglieder bedeutet dieser Umstand allerdings häufig eine enorme psychische wie körperliche Belastung. Nicht nur, dass ihnen zumeist die Erfahrung und eine ausreichende Qualifikation für die anspruchsvolle Arbeit fehlen. Insbesondere sind sie gefordert, um den umfassenden Hilfebedarf ihrer zu pflegenden Angehörigen abdecken zu können.


Deshalb hat es sich Dennis Riehle zur Aufgabe gemacht, Betreuenden in diesem Engagement unterstützend zur Seite zu stehen. Im Sinne der Selbsthilfe trifft sich wiederkehrend ein Gesprächskreis für diese Personengruppe unter seiner Anleitung, in dem sich Angehörige über persönliche Erfahrungen in der Begleitung ihres Verwandten, Fragen zum Thema „Pflege“ und die Grenzen der eigenen Belastbarkeit mit Gleichgesinnten austauschen können. Dabei geht es vor allem darum, dass die Teilnehmer einerseits von ihrem eigenen Erzählen profitieren, mit dem sie in geschütztem Rahmen Sorgen und Nöte loslassen können. Andererseits dürfen sie wiederum aus den Berichten anderer Angehöriger Tipps für sich und die individuelle Situation ableiten. Es werden keine Ratschläge erteilt, sondern vielmehr an der Mobilisierung von sozialen, emotionalen und körperlichen Ressourcen gearbeitet. Das Wissen darum, dass man mit seinen Unsicherheiten und Überforderungen nicht alleine dasteht, beruhigt und ermutigt zugleich.


Riehle, der bereits die Psychosoziale Sprechstunde unter www.psychosoziale-sprechstunde.de leitet, ist Psychologischer Berater mit langjähriger Berufserfahrung in den Schwerpunkten „Angst- und Stressbewältigung“ und „Persönlichkeitstraining“. Er hat sich in den Bereichen „Sozialrecht“, „Gerontologie“, „Rechtsfragen in der Pflege“ und „Digitaler Prävention und Gesundheitsförderung“ zertifizieren lassen. Zudem ist er in „Altenbetreuung“, „Trauerbegleitung“ und „Seelsorge“ fortgebildet. Er steht dem Gesprächskreis nicht nur als Moderator zur Verfügung, sondern beantwortet auch grundsätzliche Themen in der Gruppe, ohne dabei jedoch eine medizinische, therapeutische oder rechtliche Einzelfallprüfung vornehmen zu dürfen. Es handelt sich bei dem ehrenamtlichen Angebot auch nicht um einen Pflegekurs oder eine Pflegeberatung im Sinne von SGB IX. „Ich kläre schematisch über Gebrechen des Alters und über Gesetze zur Schwerbehinderung, Pflege oder Sozialleistungen für betreuungsbedürftige Personen auf, damit die Angehörigen im Zweifel bei Ärzten oder Anwälten weitergehende Auskunft einholen können. Hauptsächlich ist es aber meine Funktion, die Teilnehmenden anhand ihrer Schilderungen durch psychosoziale Unterstützung in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken und ihnen entsprechende Wege aufzuzeigen, wie sie mit Krisen des Pflegealltages umgehen können“, sagt Riehle.


Im Gesprächskreis kommen unterschiedliche Komplexe zum Tragen. So geht es beispielsweise um folgende Fragen: 

 

  • Welche ethischen Normen und Werte vertrete ich als Pflegender? 
  • Wie kommuniziere ich mit meinem Verwandten richtig? 
  • Welches Bild vom Alter haben mein Angehöriger und ich? 
  • Wie entwickele ich soziale Kompetenz und Empathie? 
  • Wie lerne ich zu beobachten, statt zu bewerten? 
  • Wie gehe ich mit der kognitiven Einschränkung meines Angehörigen um? 
  • Wo kann ich ihn neuropsychologisch auf eine Demenz testen lassen? 
  • Wie handhaben wir als Familie eine entsprechende Diagnose? 
  • Was tun wir bei Sucht, Depression oder Stress des Pflegebedürftigen? 
  • Wie verhalten wir uns gegenüber der Außenwelt? 
  • Welche Pflegeleistungen kommen für meinen Angehörigen generell in Betracht? 
  • Welchen prinzipiellen Anspruch habe ich selbst auf Entlastungsleistungen? 
  • Welche Anzeichen sollte ich beachten, um mich vor Erschöpfung zu schützen? 
  • Was kann ich tun, wenn ich bereits „ausgebrannt“ bin? 
  • Welche Wohnraumanpassungen sind denkbar? 
  • Wie kann ich Gefahrenstellen in der Wohnung erkennen? 
  • Welche Hilfsmittel gibt es? 
  • Wie bewege ich meinen Angehörigen möglichst schonend? 
  • Welche Prophylaxe gegen Dekubitus ist sinnvoll? 
  • Wie kann präventiv gegen Thrombosen vorgegangen werden?
  • Was tue ich bei Kontrakturen und Inkontinenz?
  • Wie gelingt die Nahrungsaufnahme – und welche Ernährung braucht es?
  •  Wie pflege ich den Mund meines Angehörigen? 
  • Welche Hygienemaßnahmen muss ich im Haushalt beachten? 
  • Wie funktioniert angemessene Körperpflege im Alter?

 

Die Antworten hierzu findet die Gruppe im Diskurs miteinander heraus und fördert dadurch das Gefühl von Eigenverantwortung und Selbstbestimmung, das sie auch auf ihren Angehörigen übertragen sollen.


Der Gesprächskreis trifft sich in der Regel nach Vereinbarung.


Termine bitte beim Ansprechpartner erfragen: Beratung@Riehle-Dennis.de.


Das Angebot ist kostenlos. Neue Teilnehmer sind jederzeit willkommen.


Sollte sich der Gesprächskreis aktuell nicht treffen, haben Angehörige auch die Möglichkeit, sich per Mail beraten zu lassen.



Kultur- und diversitätssensible Pflege

Angebot von Vorträgen und Beratung


Für pflegende Angehörige, ambulante Pflegedienste oder die stationären Pflegekräfte ist die Betreuung von pflegebedürftigen Menschen eine anspruchsvolle Aufgabe, die nicht selten unter Missverständnissen und gegenseitigen Vorwürfen leidet. Besonders herausfordernd wird die Arbeit aber dann, wenn Pflegekraft und zu Pflegender aus unterschiedlichen Kulturen stammen. In einem pluralistischen Deutschland ist es heute eine Selbstverständlichkeit, dass deutsche Schwestern und Pfleger ihre ausländischen Mitbürger betreuen – und umgekehrt ist es nicht anders. Dennoch ist die Wissenschaft, die sich mit der sogenannten „diversitätssensiblen Pflege“ befasst, noch ziemlich am Anfang ihrer Erkenntnisse. Das liegt einerseits an der Schwierigkeit, kulturübergreifende Definitionen zu finden, andererseits aber auch an der bislang noch recht dürftigen Studienlage. Trotzdem wird die Expertise in diesem Bereich dringend benötigt, denn damit Integration gelingen kann, ist es von ungemeiner Bedeutung, auch an die Pflege von Menschen zu denken, die aus anderen Teilen der Erde zu uns gekommen sind. Und gerade, weil sich die Nachfrage von Fachkompetenz auf diesem Gebiet drastisch steigern wird, hat sich der Litzelstetter Dennis Riehle mit sehr gutem Ergebnis auf Hochschulniveau fortbilden lassen und konnte seine Zertifizierung in der „Kultursensiblen Pflege“ in den Händen halten. „Mir war diese Qualifikation gerade deshalb ein Herzensanliegen, weil ich als ausgebildeter Flüchtlingshelfer schon diverse Male mit dem Thema der Pflege von Menschen mit Migrationshintergrund konfrontiert wurde und rasch erkannt habe, dass es für eine profunde Auskunft spezielles Wissen braucht“, so Riehle, der seine erworbenen Kenntnisse unter anderem in der von ihm initiierten, ehrenamtlichen Mailberatung unter www.ehrenamtliche-mailberatung.de anbietet. „Daneben werde ich mich auch gerne Vereinen und Organisationen zur Verfügung stellen, um in Schulungen oder Beratungen über die Eigenheiten diversitätssensibler Pflege aufzuklären. Daneben fließen die Ergebnisse meiner Weiterbildung auch in die Psychosoziale Begleitung ein, die ich für Selbsthilfeverbände leiste“.


In der „Kultursensiblen Pflege“ geht es vor allem um das große Themenfeld der Interkulturellen Kommunikation. „Nachdem wir in Deutschland eher eine schlichte, trockene und sachliche Rede bevorzugen, sind die Sprachstile in anderen Kulturkreisen doch sehr abweichend davon und häufig von sehr viel mehr Sensibilität, Gefühl und ausschweifender Rhetorik geprägt. Nicht selten kommt es deshalb gerade im Bereich der Pflege, die auf Empathie angewiesen ist, zu Konflikten. Wenn Menschen, die einer Betreuung bedürfen, den Eindruck erlangen, ihre Empfindungen würden von den Pflegekräften nicht ernstgenommen, fühlen sie sich verständlicherweise ausgegrenzt. In der weiteren Folge entsteht bei den Pflegebedürftigen die Mutmaßung, sie seien Stereotypen, Vorurteilen und Diskriminierung ausgesetzt – und leider muss man zugeben, dass solche Ängste manches Mal nicht unbegründet sind. Denn allein das subjektive Wahrnehmen von Segregation kann bei zu Pflegenden anderer Kulturen einen depressiven Rückzug befördern oder gar zu Ausbildung dementieller Symptome beitragen. Daher ist es wichtig, dass sich Pflegekräfte bei uns bereiterklären, ihre interkulturelle Kompetenz weiterzuentwickeln, um rechtzeitig erkennen zu können, wenn sich ein Patient in dieser Hinsicht auffällig zeigt. Wir dürfen und müssen an Pfleger und Schwestern von heute die Erwartung richten, sich in einer diversen Gesellschaft mit Werten, Traditionen und Regeln in fremden Ländern zu befassen – denn nur so entsteht Sensitivität gegenüber ausländischen Pflegebedürftigen. Dieser Prozess beginnt damit, die eigene kulturelle Prägung zu beleuchten und die Bedeutung ihrer Individualität für einen Menschen begreifen zu lernen“, erklärt Riehle. „Wir dürfen nie vergessen, dass in der Verschiedenheit der Menschen – ob mit oder ohne Migrationshintergrund – eine Bereicherung liegt, die auch für unsere Pflegekräfte einen Mehrwert darstellt. Im 21. Jahrhundert verschwinden die Opportunitäten und die Präsenz von Einwanderern, Geflohenen und Schutzsuchenden wird alltäglich. Bisher waren wir vor allem gewohnt, dass es die Pfleger und Schwestern selbst sind, die oftmals mit osteuropäischem Wurzeln den Fachkräftemangel in unserem Land auffangen. Und schon aus dieser Erfahrung wissen wir, dass es frühzeitig notwendig war, nicht nur ihre Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen, sondern ihnen dialektisch und mit transkultureller Fairness zu begegnen. Dagegen werden die kommenden Jahrzehnte vor allem davon geprägt sein, dieselbe Offenheit und Neugier den alternden Menschen zukommen zu lassen, die als Migranten in unseren Kulturkreis hinzugestoßen sind“.


Einen überragenden Stellenwert nimmt die Bedürfnisorientierung von Geflüchteten ein, die kriegstraumatisiert sind. Laut Riehle zeigen sie im Alter oftmals ein auffälliges Verhalten, das nicht von allen Pflegekräften richtig gedeutet wird. Deshalb fordert der Sozialpädagogische Berater auch, die psychologischen Grundkenntnisse von Pflegekräften in diesem Bereich nachzuschärfen: „Wir wissen, welche Auswirkungen Trauerreaktionen auf die Seele haben. Daher ist es unverzichtbar, pflegebedürftigen Senioren, die in ihrer Vergangenheit Gewalt und Not ausgesetzt waren, mit Feingefühl zu begegnen. Gleichzeitig ist aber auch klar: Nicht wenige Menschen, die nach Deutschland gekommen sind, bringen selbst Abneigungen mit sich und haben festgefahrene Vorstellungen über die hiesige Kultur. Auch das gilt es zu beachten, wenn beispielsweise religiöse Überzeugungen dazu führen, dass Pflegebedürftige fremder Herkunft den homosexuellen Pfleger ablehnen. Da hilft keine Verurteilung, sondern Verständnis – was nicht bedeutet, dass wir solche Einstellungen bei uns nicht hinnehmen können. Ja, in der kultursensiblen Pflege wird uns eine Menge an Toleranz abverlangt, aber wir sollen auch Grenzen setzen, um die Mitarbeiter in Altenheimen und bei Pflegediensten vor kulturell bedingten Anfeindungen ihrer Patienten zu schützen. Gleichwohl muss an dieser Stelle mit dem Märchen aufgeräumt werden, dass Pflegebedürftige aus anderen Ländern zu einer Belastung für die ohnehin geforderten Pflegekräfte würden. Der Großteil der Migranten, Flüchtlinge und Asylsuchenden, die bei uns auf Pflege angewiesen sein werden, unterscheidet sich in Persönlichkeit, Höflichkeit und Respekt nicht von den deutschen Patienten“, stellt Riehle klar. Er weist abschließend darauf hin, dass auch andere Konstellationen denkbar sind, in denen es zu Problemen kommen kann: „Angehörige von zu Pflegenden mit Migrationshintergrund haben oftmals völlig andere Ansprüche an die Pflege, als es Verwandte von deutschen Pflegebedürftigen hätten. Da sind nicht nur sprachliche Barrieren verantwortlich, oftmals liegt es beispielsweise an den unterschiedlichen Essenszeiten von deutschen und südeuropäischen Senioren, wodurch sich auch die durchgetaktete Medikamentengabe im Pflegeheim durcheinanderbringen lässt. Ganz besonders deutlich wird der Unterschied beim Verständnis von Sterbebegleitung und dem Lebensende, wenn nahestehende Personen des Pflegebedürftigen mit uns fremden Wünschen des Abschiednehmens an die Pflegekräfte herantreten – und wir unsererseits gutgläubig versuchen, diesen Erwartungen aus unserer mitteleuropäischen Perspektive gerecht zu werden“.


Wer mehr zum Thema erfahren möchte oder Dennis Riehle in sein Pflegeheim oder den Pflegedienst einladen oder ihn für einen ehrenamtlichen Vortrag anfragen will, kann sich direkt unter Mail: Beratung@Riehle-Dennis.de melden.


Anfragen der Medien zu Interviews bitte ebenfalls an die genannte Mail-Adresse.