Prävention, Aufklärung, Antistigmatisierung         

Psychische Erkrankungen

 

Psychische Erkrankungen: Jeder 4. Deutsche ist im Laufe seines Lebens davon betroffen. Und doch sind seelische Leiden bis heute vielfach verpönt. In der Öffentlichkeit ist es gerade unter jungen Menschen weiterhin "cool", jemanden als "Psycho" abzustempeln. Diskriminierung und Stigmatisierung bleiben an der Tagesordnung, auch wenn wir Fortschritte gemacht haben und mancherorts die Sensibilität gewachsen ist. Doch noch immer trauen sich viele Betroffene nicht, zu ihrer psychischen Erkrankung zu stehen, sie ist mit Makeln behaftet, ganz anders, als beispielsweise ein Beinbruch oder ein Herzinfarkt. Nicht selten herrscht noch die Vorstellung in den Köpfen, an seinen seelischen Problemen sei man "selbst schuld".

 

Ich habe diese Erfahrung eigens gemacht, wie schwer es sein kann, mit einer psychischen Störung im Alltag umzugehen. Schon früh begannen meine seelischen Nöte - deshalb weiß ich, wie wichtig es ist, ein Umfeld zu haben, das vorurteilsfrei darauf antworten kann. Schon in der Schule soll heute darauf hingearbeitet werden, ein Klima aus Respekt, Anerkennung und Toleranz zu schaffen. Besonders gut gelingt dies aus meiner Sicht, wenn Menschen praxisnah mit dem konfrontiert werden, was ihnen bis dahin fremd erschienen war. Deshalb engagiere ich mich in der Präventionsarbeit, denn Aufklärung über seelische Gesundheit heißt nicht nur, Menschen mit psychischen Erkrankungen offen zu begegnen, sondern bei sich selbst und dem Nächsten darauf zu achten, empfindsam auf das Wohlbefinden einzugehen und mit Bedacht zu reagieren, wenn sich Krisen anzubahnen.

 

 

Präventionsprojekt "Verrückt? Na und!"

 

In diesem Zuge bin ich im Präventionsprojekt "Verrückt? Na und!" - Regionalgruppe Landkreis Konstanz - ehrenamtlich aktiv. Es richtet sich vor allem an Schulklassen, denen an Projekttagen aus einem Team eines "Moderators" (hauptamtliche Kraft aus dem psychiatrisch-sozialen Bereich) und eines "Experten" (freiwillig engagierter Betroffener) mit verschiedenen Modulen die Thematik der seelischen Gesundheit nähergebracht werden soll. Die Projekttage finden in der Schule oder in entsprechenden Schulungsräumlichkeiten im Zentrum für Psychiatrie statt. Dabei werden in Diskussionen und Positionsspielen Standpunkte zur Diskriminierung psychisch Kranker herausgearbeitet, durch Praxisbeispiele hinterfragt und in der Begegnung mit dem "Erfahrungsexperten" und der Möglichkeit des Gesprächs und Fragen an ihn letztlich versucht, auszuräumen. Gleichzeitig sollen die Schüler durch den Projekttag angeregt werden, sich mit ihrer eigenen seelischen Gesundheit zu befassen und Feingefühl an der psychischen Verfassung für sich und Andere zu entwickeln.

 

Die angesprochenen Schüler besuchen zumeist die Klassen 9 bis zur Oberstufe, zunehmend werden auch Besucher des "Freiwilligen Sozialen Jahres" einbezogen - ebenso wie Auszubildende, Eltern und Lehrer. Ein Projekttag dauert in der Regel mindestens 3,5 Zeitstunden und kostet 50 EUR. Sollten Sie als Lehrkraft oder Schüler Interesse haben, an diesem Projekt teilzunehmen, nehmen Sie gern Kontakt zu mir auf!

 

 

Prävention, Wissensvermittlung und Aufklärung - nach Bedarf!

 

Da die Schulklassen oftmals nicht die Gelegenheit haben, einen vollständigen Schultag für ein Präventionsprojekt zu investieren, manches Mal aber auch gezielt der Wunsch nach Besuch eines Betroffenen mit spezieller psychischer Erkrankung besteht oder die Wissensvermittlung neben der Befragung eines Betroffenen im Mittelpunkt sein sollte, biete ich darüber hinaus auch an, nach Absprache allein in Schulen zu kommen und dort kostenfrei in der Regel zwei Unterrichtsstunden abzuhalten. Möglich ist das vor allem im Landkreis Konstanz und den umliegenden Regionen. Aber auch an Hochschulen, bei spezifischen Berufsgruppen, die mit dem Thema psychischer Erkrankung oft konfrontiert sind (beispielsweise Polizei oder Justiz/Ordnungsämter, medizinische Dienste, soziale Arbeitsstellen...), und sonstigen Interessenten schaue ich gern vorbei, um Prävention, Aufklärung und Antistigmatisierung zu betreiben. Thematisch bin ich dabei vor allem auf Angst-, Zwangs-, Depressionserkrankungen (auch bipolare Erkrankungen), psychosomatische Störungen (mit Schmerz-, dissoziativen und Belastungsstörungen) spezialisiert. Falls Sie Interesse haben, melden Sie sich gern!

 

 

 

 

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