Dennis Riehle

  

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Dennis Riehle


12.02.2020

Ein Papst des vagen Wortes…

Leserbrief

zu „Papst Franziskus enttäuscht Hoffnungen der Reformer“, WELT.de vom 12.02.2020
 

Es wäre eine Chance für die katholische Kirche gewesen, um gleich mehrere Probleme auf einmal zu lösen. Papst Franziskus hätte in seinem aktuell veröffentlichen Lehrschreiben ein klares Bekenntnis zu Reformen abgeben können. Nicht einmal die Mindestforderung, die die Bischofssynode an den Pontifex herangetragen hat, erfüllt Jorge Mario Bergoglio. Somit dürften auch künftig in der Amazonas-Region keine Verheirateten zu Priestern geweiht werden.
 
Stattdessen bleibt der „Brückenbauer“ blumig in seinen Aussagen, vermeidet eine Öffnung hin zum Synodalen Weg, wie ihn die katholische Kirche in Deutschland gehen möchte. Der Hirte über das Volk in Rom und die Anhänger in der ganzen Welt offenbart immer mehr seine rückständige Ader, die anfangs niemand zu glauben vermochte. Nach seiner Wahl galt er als Hoffnungsträger, um die verkrusteten Strukturen in der Kurie zu lockern. 

Doch entweder gelang es ihm nicht, sich gegen erzkonservative Kreise durchzusetzen – oder der Argentinier ist selbst derart von den Lehren und Dogmen der jahrhundertealten Tradition überzeugt, dass er nicht über seinen Schatten springen will. Für viele Gläubige, die auf ein Zeichen des Fortschritts gehofft hatten, ist das neueste Dokument von Franziskus ein Schlag ins Gesicht. 

Das Aussitzen der Probleme wird irgendwann auf die Würdenträger zurückfallen, denn sie haben sich Lösungen verschlossen – und das nur, weil sie nicht bereit sind, Prinzipien über Bord zu werfen, für die es nicht einmal eine biblische Erklärung gibt. Ob der Umgang mit Schwulen und Lesben, mit Geschiedenen oder mit Frauen, die abtreiben – mit dem Segen des Papstes werden ganze Bevölkerungsgruppen aus der Kirche ausgeschlossen. Und das nur aufgrund einer Zurechtlegung testamentarischer Befunde, die exegetisch keine eindeutigen Aussagen zulassen. 

Der Mangel an Pfarrern in der Kirche, er wird sich weiter verschärfen. Und damit auch die rasante Entwicklung bei den Mitgliederzahlen. Denn aussterbende Gemeinden bedeuten gleichsam eine Schwächung der Weltkirche. Während in Südamerika und anderswo evangelikale Kreise das Zepter übernehmen, steht Franziskus mit seiner römisch-katholischen Konfession mittlerweile ziemlich alleine da. Sexuallehre, Doppelmoral und Missbrauchsfälle machen ihm das Leben zusätzlich schwer. 

Er wirkt wie ein Getriebener von allen Seiten, der es vermeidet, klare Ansagen zu treffen. Seine Angst, bei einer Klientel seiner Entourage anecken zu können, ist greifbar. Vielleicht wäre das Eingestehen des Scheiterns der ehrlichere Weg, als sich ständig hinter dem vagen Wort zu verstecken.

Dennis Riehle - 14:33:12 @ Weltanschauung